Wahl: Dilek Onbasi kandidiert für einen Platz im Integrationsrat.

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Dilek Onbasi ist eine von 36 Kandidaten für den Integrationsrat.

Dilek Onbasi ist eine von 36 Kandidaten für den Integrationsrat.

Büntig

Dilek Onbasi ist eine von 36 Kandidaten für den Integrationsrat.

Grevenbroich. "Wie fortgeschritten ist Ihrer Meinung nach die Integration?", fragte die WZ 2007 Dilek Onbasi. "Wir sind auf einem guten Weg", lautete die Antwort der Türkin mit deutschem Pass. Heute, zwei Jahre später, kandidiert Dilek Onbasi für einen Platz im Integrationsrat. Und sie sagt: "In Sachen Integration sind wir jetzt schon einen Schritt weiter."

Zuerst soll eine Umfrage an den Schulen gestartet werden

Ganz konkret macht sie dies an der Wahl zum Integrationsrat fest. "Damals waren wir in der Situation keinen Ausländerbeirat aufstellen zu können, weil sich zu wenig Kandidaten fanden. Dieses Problem haben wir heute bei der Wahl zum Integrationsrat nicht mehr." Ein erster Erfolg also, den die 30-Jährige verbuchen kann und der sie motiviert, weiter zu machen. "Am Freitag und am Samstag ist ein Teil der Kandidaten mit Infoständen in der Stadt vertreten.

Wir wollen Leute ansprechen und herausfinden, welche Probleme Migranten haben. Gleichzeitig wollen wir zeigen, dass wir die Chance haben, jetzt etwas zu verändern." Bedarf sehe sie beispielsweise im Hinblick auf das Thema Sprache. "Ohne Sprache können wir die Probleme nicht lösen, egal, ob es um Ausbildungsplätze für Jugendliche geht, um Sportangebote für muslimische Frauen oder was auch immer", erklärt die Rechtsanwältin.

Seit zwei Jahren ist sie bereits Mitglied in einem Arbeitskreis, der sich bislang mit dem Thema Integration beschäftigte. Sollte sie jetzt in den Integrationsrat gewählt werden, will sie zuerst eine Umfrage an den Schulen machen, um herauszufinden, welche Wünsche und Bedürfnisse Jugendliche haben. "Irgendwo müssen wir anfangen." Gerade Jugendliche lägen ihr dabei am Herzen.

"Ich habe von einigen ausländischen Jugendlichen gehört, dass sie bei der Ausbildungssuche immer das Gefühl haben, nicht gleichberechtigt zu sein. Oft vergleichen sie das mit einem Fußballspiel und sagen, dass sie mit 0:2 anfangen und sich erst den Ausgleich erkämpfen müssen, während deutsche Jugendliche mit 0:0 starten."

Gerade in türkischen Familien beobachtet Onbasi einen Wandel im Denken. Doch es sind nicht nur Türken, deren Interessen sie im Integrationsrat vertreten will. Es geht ihr um alle Menschen mit Migrationshintergrund.

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