Am Donnerstag zeigt das RLT die Premiere von Falk Richters Stück „Gott ist ein DJ“.

Theater
Er (Jonathan Schimmer) und Sie (Sigrid Dispert) lassen in „Gott ist ein DJ“ die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen.

Er (Jonathan Schimmer) und Sie (Sigrid Dispert) lassen in „Gott ist ein DJ“ die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen.

RLT

Er (Jonathan Schimmer) und Sie (Sigrid Dispert) lassen in „Gott ist ein DJ“ die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen.

Neuss. Jeder kann heute selbst über sein eigenes Bild in der Öffentlichkeit entscheiden. Im Zeitalter der sozialen Netzwerke bestimmt allein der Nutzer, wie er sich darstellen will – was davon der Wahrheit entspricht und was nicht.

Das Theaterstück „Gott ist ein DJ“, das am Donnerstagabend im Rheinischen Landestheater (RLT) Premiere feiert, greift dieses Thema auf. „Obwohl es zu den ersten Werke von Falk Richter gehört und schon 1999 entstand, waren wir überrascht, wie aktuell es trotzdem ist“, sagt die Dramaturgin Alexandra Engelmann.

Geschrieben hat Richter „Gott ist ein DJ“ ursprünglich unter dem Einfluss von Big Brother. 1999 wurde die Fernsehshow, in der eine Gruppe von Menschen über einen längeren Zeitraum zusammen in ein Fernsehstudio gesperrt und durchgehend von Kameras gefilmt wird, erstmals in den Niederlanden ausgestrahlt. „Wir haben konkrete Zeitbezüge, Dinge, wie die Videokassette, aus dem Stück gestrichen und es zum Teil sprachlich angepasst, ansonsten ist es unverändert“, sagt Engelmann.

Der Unterschied zwischen Schein und Sein verschwimmt

In dem Jugend-Theaterstück geht es um ein Paar – Sie, Moderatorin, Er, DJ und Sound-Texter – das ihr Leben im Internet vermarktet. Sie stellen ihre Wohnung als Kunstobjekt aus, übertragen per Kamera alles, was sie tun, ins Internet und stellen sich dabei so dar, wie sie sich selbst sehen möchten – „bis sie daran kranken und scheitern“, erklärt Frank de Buhr, der neben der Inszenierung auch für das Bühnenbild verantwortlich ist. Und auch der Zuschauer wird im Laufe des Stücks vor die Frage gestellt, was er noch glauben kann und was nicht.

Neben dem hellen Bühnenbild, das als Fläche für Videoprojektionen dient, sind auch die Kostüme (Svenja Göttler) in einheitlich hellen Farben gehalten. „Für die Darsteller gibt es keine Möglichkeit, sich zu verstecken – höchstens ein bisschen in den Videoprojektionen oder hinter der eigenen Performance“, sagt Frank de Buhr.

» Die Premiere für „Gott ist ein DJ ist ausverkauft, die nächsten Vorstellungen im Studio sind am 21. Januar um 20 Uhr und am 26. Januar um 18 Uhr. Insgesamt sind bisher sieben Termine angesetzt. 

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