Der Suchmaschinen-Riese hat in der Bundeshauptstadt der Energie mit einem Spezialfahrzeug angefangen zu drehen, ohne eine Genehmigung einzuholen.

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Nicht zu übersehen: Mit so einem Fahrzeug ist Google unterwegs.

Nicht zu übersehen: Mit so einem Fahrzeug ist Google unterwegs.

dpa

Nicht zu übersehen: Mit so einem Fahrzeug ist Google unterwegs.

Grevenbroich. Es soll eine Hilfe für orientierungslose Autofahrer sein. Oder Interessenten für Immobilien. Dank technisch hochauflösender Kameras ist Google-Streetview in der Lage, komplette Straßenzüge vieler Städte aus der Perspektive des Autofahrers anzubieten. Doch nicht überall stößt das Konzept auf Gegenliebe.

In Grevenbroich zum Beispiel nicht. Denn der Suchmaschinen-Riese hat in der Bundeshauptstadt der Energie mit einem Spezialfahrzeug angefangen zu drehen, ohne eine Genehmigung einzuholen.

Prümm hält das Vorgehen von Google zumindest für bedenklich

"Das dürfen die auch, solange sie sich im öffentlichen Raum befinden", räumt Bürgermeister Axel Prümm (CDU) unumwunden ein. Und trotzdem sei dieses Vorgehen für ihn "rechtlich gesehen zumindest bedenklich." Denn auch wenn die Gesichter von Passanten sowie die Kennzeichen von Fahrzeugen gepixelt und somit unkenntlich gemacht werden, das Rohmaterial der Aufnahmen wird in die Google-Zentrale in den USA geschickt-und dort für spätere Editionen ungepixelt aufbewahrt.

"Dort ist es außerhalb der Einflusssphäre deutscher Datenschützer", gibt Stadtsprecher Norbert Häke zu bedenken. Prümm macht aus seinen Emotionen gegenüber dem Verhalten des Suchmaschinen-Unternehmens keinen Hehl: "Für mich ist das eine Unverschämtheit", wettert er und weist auf ein Plakat von Horst Schlämmer hin.

"Wenn der in Grevenbroich dreht, meldet er das vorher an und bekommt von uns eine Genehmigung. Es hätte im Rahmen des guten Einvernehmens zumindest eine kurze Mitteilung erfolgen sollen."

Google habe jedoch zugesichert, jedes Haus und jedes Grundstück, das sich auf den Aufnahmen befindet, auf Wunsch des Besitzers komplett unkenntlich zu machen. Prümm: "Dazu sollten sich die Besitzer jedoch persönlich an das Unternehmen wenden. Wir als Stadt können das nicht, leiten aber den Schriftverkehr gerne gesammelt weiter." Die Adresse: Google Germany, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg, Stichwort "Streetview".

Kleine Anekdote am Rande: In Großbritannien hat es einen ersten Scheidungsfall wegen Google-Streetview gegeben: Ein Mann hat seine Frau im Auto ihres Liebhabers erkannt.

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