Bezirksregierung verwirft beide Ratsbeschlüsse. Mädchen-Realschule soll jetzt an die Gnadentaler Allee.

Neuss. Dass der zweiteilige Ratsbeschluss zur Errichtung der 3. Gesamtschule in der Nordstadt in Düsseldorf abgeschmettert werden würde, war bereits am Montag durchgesickert. Am Dienstag bestätigten das Bürgermeister Herbert Napp und Schuldezernentin Christiane Zangs: Der CDU-Vorschlag - Einrichtung der neuen Gesamtschule und Erhalt beider benachbarter Realschulen - fiel wegen gleich 17 fehlender Räume glatt durch.

Aber auch Plan B, ein Kompromiss von Politik und Verwaltung, wurde in Düsseldorf überraschend zurückgewiesen. "Und das, obwohl er mit der Bezirksregierung abgestimmt war", so Napp.

Nach dieser Variante wäre die dreizügige Christian-Wierstraet-Realschule auf zwei Züge reduziert worden und hätte einen Zug der Mildred-Scheel-Realschule aufgenommen. Doch die Fachaufsicht in der Bezirksregierung lehnte ab: Die Differenzierung der Mädchenklasse in Stufe 7 sei bei der Einzügigkeit nicht sichergestellt.

Gesamtschule startet an der Leostraße

Einen Tag nach der Abfuhr in Düsseldorf präsentierte die Verwaltung am Dienstag eine neue Lösung. Die neue 3. Gesamtschule soll in der Nordstadt zum Schuljahr 2011/ 12 ihren Betrieb aufnehmen - zunächst in freien Räumlichkeiten an der Leostraße.

Die Grundschüler der Brücke, die übergangsweise dort unterrichtet wurden, sind dann zurück in ihrer sanierten Schulen. Die dreizügige Christian-Wierstraet-Realschule "bleibt, wie und wo sie ist", so Bürgermeister Napp am Dienstag.

Hauptschule wird aufgelöst, Mädchenschule zieht ein

Für die benachbarte zweizügige Mildred-Scheel-Realschule steht ein Umzug an. Die Schule soll nach den Plänen der Verwaltung in die auf Dreizügigkeit ausgerichteten Räumlichkeiten der Hauptschule an der Gnadentaler Allee umziehen. Deren sukzessive Auflösung hat der Rat gerade beschlossen.

Wie schnell die Schülerinnen der Realschule nach Gnadental umziehen können, wann dort die letzten Hauptschüler das Haus verlassen, ist noch in der Planung. Fest steht für Bürgermeister wie Schuldezernentin aber, dass - die Zustimmung des Rates vorausgesetzt - der Betrieb an der 3. Gesamtschule wie geplant zum Schuljahr 2011/ 12 beginnt. Napp versprach am Dienstag ein "faires und offenes Anmeldeverfahren" im Februar.

Er sieht mit der Errichtung der 3. Gesamtschule wenn auch nicht auf geradem, sondern kurvenreichem Weg, das "wichtigste schulpolitische Ziel der vergangenen Jahre" umgesetzt. Vierzügig soll sie starten, später fünfzügig und vielleicht auch einmal sechszügig geführt werden.

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