Die Gesellschafterversammlung von Neuss-Marketing sprach sich gestern Abend für die Vertragskündigung aus.

Die Gesellschafterversammlung von Neuss-Marketing sprach sich gestern Abend für die Vertragskündigung aus.
Ein Bild mit Symbolcharakter: Nach dem gestrigen Training sattelte der Spanier Cesar Sanchez (r.) sein Pferd ab. Auch als Trainingsanlage steht die Rennbahn nicht mehr lange zur Verfügung.

Ein Bild mit Symbolcharakter: Nach dem gestrigen Training sattelte der Spanier Cesar Sanchez (r.) sein Pferd ab. Auch als Trainingsanlage steht die Rennbahn nicht mehr lange zur Verfügung.

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Ein Bild mit Symbolcharakter: Nach dem gestrigen Training sattelte der Spanier Cesar Sanchez (r.) sein Pferd ab. Auch als Trainingsanlage steht die Rennbahn nicht mehr lange zur Verfügung.

Neuss. Nach 144 Jahren geht die Geschichte des Galopprennsports in Neuss zu Ende. Das Schlusskapitel schrieb gestern die Gesellschafterversammlung von Neuss-Marketing, die dem Neusser Reit- und Rennverein von 1875 (NRRV) am Abend einstimmig die fristgerechte Kündigung aussprach. Man habe sich dazu gezwungen gesehen, sagt Bürgermeister Reiner Breuer als Vorsitzender dieses Gremiums, weil der Verein als Pächter zum wiederholten Male weder ein tragfähiges Konzept noch einen Businessplan für den Betrieb der Rennbahn vorgelegt habe.

„Das Angebot des Reitvereins ist ungenügend und keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit.“

Michael Klinkicht, Grüne

Rein formal wurde gestern über zwei Punkte entschieden: Erstens folgte die Politik der Empfehlung der Geschäftsführung von Neuss-Marketing, den vom NRRV vorgelegten neuen Pachtvertrag, auf den der Verein schon zum 1. Januar 2018 umsteigen wollte, nicht anzunehmen. Zweitens wurde die Geschäftsführung angewiesen, die Kündigung, die gestern ausgesprochen wurde, schriftlich zu fixieren und abzusenden.

Theoretisch bleibt die Tür für den Galopp einen Spalt breit offen. Denn die Kündigung wird erst Ende 2019 wirksam – und bis dahin könnte der NRRV ja noch etwas auf die Beine stellen, was den Einstieg in Verhandlungen über einen neuen Vertrag sinnvoll erscheinen lässt. „Der Verein hat es in der Hand“, sagte Breuer – glaubt aber nicht an diese Entwicklung.

Renntage bis März 2018 und Equitana sollen stattfinden

Jan Antony Vogel, Vorsitzender des NRRV, war gestern in der Sitzung und zeigte sich anschließend tief enttäuscht. „Ohne Kompromisse und ohne Entgegenkommen“, skizziert er die Diskussion, nachdem er noch einmal seine Änderungswünsche an dem bestehenden Vertrag hatte darlegen können. Es war allerdings auch das sechste Mal, dass sich die Politik mit diesem Fakt beschäftigen musste – und sich zum sechsten Mal enttäuscht sah. „Das Angebot des Reitvereins ist ungenügend und keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit“, sagte Michael Klinkicht (Grüne).

Die SPD hatte sich schon früh darauf festgelegt, die Zusammenarbeit zu beenden, ihr schloss sich nun auch die CDU an, die lange an eine Rennbahnentwicklung mit NRRV glauben und einiges dafür tun wollte. Aber als der NRRV-Vorstand auch gestern in der Sitzung nichts substanziell Neues vortragen konnte, war der Ofen aus. Dem, was da vom Verein auf dem Tisch lag, „kann nicht zugestimmt werden“, stellte Elisabeth Heyers klipp und klar fest.

Vogels wird nun zeitnah den NRRV-Vorstand einberufen. Die Renntage bis Ende März und die Equitana würden stattfinden. Aber ob der Verein den Betrieb darüber hinaus aufrecht erhält, werde zu diskutieren sein. Das letzte Wort würden die Mitglieder Anfang des Jahres haben.

Der Dachverband werde allerdings nun den Schwerpunkt auf de langfristig gesicherte Bahn in Dortmund verlegen, sagt Vogels. Und: Die eigentlich nötigen Investitionen in die Neusser Anlage würden nun unterbleiben.

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