Landrat Petrauschke sieht im Zusammenschluss von Lukas und den beiden Kreiskrankenhäusern Vorteile.

Rhein-Kreis Neuss. Der Rhein-Kreis Neuss steht gut da, hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich und startet in ein wohl ebenso gutes, sagt Hans-Jürgen Petrauschke. Damit das so bleibt, will der Landrat auch zunehmend auf Synergieeffekte setzen.

Und die, so sagte er am Mittwoch bei seinem Jahresgespräch im Technologiezentrum in Korschenbroich-Glehn, könnten sich durchaus auch in den Krankenhäusern ergeben.

„Vor dem Hintergrund leerer kommunaler Kassen müssen wir mehr Gemeinsinn in der Krise zeigen“, sagt der Landrat. Dahinter stehen Überlegungen, die beiden Kreiskrankenhäuser und das Neusser Lukaskrankenhaus, das als rein städtische GmbH geführt wird, unter einer Trägerschaft zu vereinen.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund steigender Personalkosten, die in den Klinikbudgets 70 Prozent ausmachen, gewinnen die Überlegungen an Schärfe. Petrauschke verweist auf ein Neusser Beispiel: „Die Alexianer und Augustinus-Kliniken haben den erfolgreichen Weg der Fusion doch aufgezeigt.“ Die Kreiskrankenhäuser und das Lukas stünden gut da, betont der Landrat und fragt: „Und was ist in zehn Jahren?“

Sigurd Rüsken, langjähriger Geschäftsführer des Lukaskrankenhauses, hält viel von der Fusionsidee: „Ich kann für meinen Kreis-Kollegen Ralf Nennhaus mitsprechen: Für uns beide ist das der richtige Weg, die kommunalen Krankenhäuser zu erhalten.“ Dass die Zusammenarbeit der Kreiskrankenhäuser und des Lukas funktioniere, zeige sich bei der Laborkooperation oder im gemeinsamen Ausbildungszentrum.

Rüsken verweist wie Petrauschke auf die Häuser in katholischer Trägerschaft, die sich auch in Düsseldorf zusammengeschlossen hätten.

Eine Fusion zustande zu bringen sei nicht einfach, bekennt der Landrat. Dahinter steht wohl unausgesprochen die Frage, wie sich die Verantwortlichkeiten und Befugnisse dann verteilen würden.

Sigurd Rüsken hat gleich schon ein Konzept parat: „Da kann uns doch die Sparkasse als Blaupause dienen.“ Stadt und Kreis als gleichberechtigte Partner in der Trägergesellschaft – für Rüsken ein Zukunftsmodell. Bliebe immer noch einer, der das Sagen haben müsste.

Zurückhaltend äußert sich Bürgermeister Herbert Napp. Grundsätzlich halte er eine Fusion für sinnvoll, das aber sei ein weiter Weg. „Zunächst einmal müssen die Kreiskrankenhäuser ihre rechtliche Struktur sortieren – weg vom Amt hin zur GmbH“, sagt er.

Dann sollten die Häuser ihre Stärken wie Orthopädie und Gerontologie betonen und im übrigen als Portalkrankenhaus agieren: Komplexere Fälle müssten ans Lukas überwiesen werden.

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