Die Neusserin ist noch immer verängstigt.

Neuss. Ein unbekannter Mann hat einer Neusserin am Donnerstag, 5. Januar, gegen 18.25 Uhr während der Messe in der Marienkirche die Handtasche gestohlen. Die 46 Jahre alte Frau hatte gerade das „Vater unser“ gebetet und sich niedergekniet, als sie den Täter bemerkte. „Ich saß ganz hinten in der Kirche, plötzlich war der Mann da und griff nach meiner Handtasche. Ich hatte sie neben mir auf der Kirchenbank abgestellt“, sagt die Frau, die namentlich nicht genannt werden möchte. Der Schreck und das Unverständnis sind ihr noch anzumerken. Wer denke denn, in einer Kirche während einer Messe bestohlen zu werden, fragt sie. Zwar hat die Frau schnell reagiert. „Ich habe den Mann verfolgt, die Messe war gut besucht – aber mir ist nur ein einziger Kirchgänger zur Hilfe geeilt.“ Der Täter konnte entkommen. „An der Kirchentür hatte ich ihn fast, aber da hat er mir Pfefferspray ins Gesicht gesprüht.“

Danach entschwand der Dieb unerkannt. Das Opfer rief die Polizei hinzu. Die weggeworfene Handtasche wurde später im Bereich Salzstraße gefunden – allerdings fehlte das Portemonnaie. Die Polizei sucht nun nach dem Täter. Er soll 1,90 bis 1,95 Meter groß und etwa 20 Jahre alt sein. Der Mann hatte blondes, kurzes Haar, sein Gesicht war gebräunt. Zur Tatzeit trug er eine blaue Jeans und eine dunkle Jacke. Die Polizei hofft auf Zeugen, die sachdienliche Hinweise zur Tat geben können. Sie werden gebeten, sich unter der Rufnummer 02131 3000 zu melden.

Das Opfer muss nun zunächst den Schreck überwinden. Gestern Abend wollte die Frau erneut in eine Kirche zur Messe gehen, um zu beten. Sie gibt zu, nach dem Diebstahl verängstigt zu sein. „Aber man muss dagegen angehen“, sagt die Frau. Sie sei enttäuscht, dass ihr nur ein einziger Kirchgänger beistand. Den Vorfall hätten auch weitere Personen gesehen haben müssen.

Eine Lehre zieht die Neusserin aus dem Diebstahl. „Ich werde mich in einer Kirche nicht mehr ganz hinten hinsetzen“, sagt sie. abu

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