Die Leichtbauhallen wurden beschädigt. 87 Asylbewerber zogen zunächst in eine Turnhalle.

Die Leichtbauhallen wurden beschädigt. 87 Asylbewerber zogen zunächst in eine Turnhalle.
Die orkanartigen Böen haben an Türen zu Schäden geführt. Gestern rückten Handwerker für die Reparaturen an.

Die orkanartigen Böen haben an Türen zu Schäden geführt. Gestern rückten Handwerker für die Reparaturen an.

Vier Leichtbauhallen hat die Stadt am Hagelkreuz als Flüchtlingsunterkunft aufstellen lassen. Die 87 Bewohner konnten gestern bis zum Mittag zurückkehren.

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Die orkanartigen Böen haben an Türen zu Schäden geführt. Gestern rückten Handwerker für die Reparaturen an.

Grevenbroich. Feuerwehr und Stadtverwaltung waren in der Nacht zum Freitag in der Flüchtlingsunterkunft am Hagelkreuz im Einsatz. Die orkanartigen Böen zerrten an den Gebäuden, Türen wurden beschädigt, Scheiben sprangen. Die Stadt entschied sich zur Evakuierung der Hallen. Gegen 20 Uhr lief bei der Feuerwehr die Meldung auf, eines der Zelte habe sich „stark bewegt“. „Die Böen führten zu starken Verwindungen der Hallen“, erklärte Dezernent Claus Ropertz gestern. „Dach und Wände hielten, aber Türen wurden beschädigt.“

Ein Türrahmen sei gebrochen, und am Küchentrakt sei eine Tür sogar „aus ihren Verankerungen gerissen“ worden, habe am Boden gelegen. In zwei der vier Zelte leben 87 Menschen, unter anderem aus Syrien, Irak, Somalia, Nigeria, Aserbaidschan und der Mongolei. Darunter sind auch mehrere Familien mit Kindern. Einige Menschen seien „in Furcht“ gewesen, sagte Ropertz. „Wir befürchteten weitere Schäden.“ Die Stadt entschied zu räumen, gegen 22 Uhr lief die Evakuierung an. „Für solche Fälle haben wir einen Notfallplan“, sagte Ropertz. „Zwei Familien konnten bei Bekannten in der Wohncontainer-Unterkunft nebenan an der Gilbachstraße übernachten“, erklärte Heike Steinhäuser, Leiterin des Fachbereichs für Soziales. „Die übrigen rund 75 haben wir in die Turnhalle der Realschule an der Bergheimer Straße verlegt.“

„Die Evakuierung war unnötig.“

Die Leichtbauhallen wurden beschädigt. 87 Asylbewerber zogen zunächst in eine Turnhalle.
Die orkanartigen Böen haben an Türen zu Schäden geführt. Gestern rückten Handwerker für die Reparaturen an.

Die orkanartigen Böen haben an Türen zu Schäden geführt. Gestern rückten Handwerker für die Reparaturen an.

Vier Leichtbauhallen hat die Stadt am Hagelkreuz als Flüchtlingsunterkunft aufstellen lassen. Die 87 Bewohner konnten gestern bis zum Mittag zurückkehren.

D. Staniek, Bild 1 von 2

Vier Leichtbauhallen hat die Stadt am Hagelkreuz als Flüchtlingsunterkunft aufstellen lassen. Die 87 Bewohner konnten gestern bis zum Mittag zurückkehren.

Georg Späth, Firmeninhaber der Leichtbauhallen

Dieses Gebäude war bereits in der Zeit des Flüchtlingsandrangs 2015 zur Unterbringung der minderjährigen, unbegleiteten Asylbewerber genutzt worden. „Die Bewohner der Leichtbauhallen haben ihr Bettzeug zusammengepackt. Verwaltungsmitarbeiter fuhren sie dann im Pendelverkehr mit drei Kleinbussen zur Bergheimer Straße“, berichtete Steinhäuser über die Umzugsaktion. „Die Feuerwehr schaffte die Matratzen hinüber, die dann auf den Boden gelegt wurden.“ Die Evakuierungsaktion sei problemlos verlaufen. Gestern rückten Handwerker am Hagelkreuz an, um die Schäden zu beheben. Nach einer Überprüfung der Hallen gab es grünes Licht für den Wiedereinzug. Bis zum Mittag wurden die Asylbewerber wieder in die Unterkunft gebracht. „Die Evakuierung war unnötig“, erklärte Georg Späth, dessen Firma in Noithausen die Leichtbauhallen geliefert hatte. Diese seien für viel stärkere Belastungen durch Wind ausgelegt als Festzelte, „und die haben im Sturm gehalten“, sagte Späth, der am Donnerstagabend ebenfalls vor Ort war. „Die Schäden an Türen entstanden vermutlich, weil sie nicht richtig geschlossen waren oder jemandem im Sturm aus der Hand gerissen wurden“, so Späth. „Zum Zeitpunkt der Entscheidung zur Evakuierung konnten Feuerwehr und Mitarbeiter der Stadtverwaltung nicht absehen, wie sich der Sturm weiter entwickelt“, begründete dagegen Claus Ropertz. Trotz der starken Böen ging der Altweiberball im Gustorfer Festzelt planmäßig über die Bühne. Rund 1200, größtenteils jugendliche Jecken feierten bis in die Nacht. „Das Wetter haben wir immer im Auge behalten“, sagte Ewald Wörmann, Präsident des „Sprötz-Trupps“. Gemeinsam mit dem Zeltwirt seien Windmessungen vorgenommen worden. „Alles ging aber gut über die Bühne“, meinte Wörmann. Der Gustorfer Planenbau ist für Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h ausgelegt.

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