Bewohner beklagten Unterbringung in Turnhalle.

Bewohner beklagten Unterbringung in Turnhalle.
Aus einem Stadtbus heraus machte ein Fahrgast dieses Foto von den auf der Beethovenstraße stehenden Flüchtlingen.

Aus einem Stadtbus heraus machte ein Fahrgast dieses Foto von den auf der Beethovenstraße stehenden Flüchtlingen.

privat

Aus einem Stadtbus heraus machte ein Fahrgast dieses Foto von den auf der Beethovenstraße stehenden Flüchtlingen.

Dormagen. Gegen ihre Unterbringung in der Turnhalle an der Beethovenstraße haben am Dienstag rund 20 Flüchtlinge protestiert. Sie stellten sich gegen 13.30 Uhr so für rund zehn Minuten auf der Beethovenstraße auf, dass ein Durchkommen nicht mehr möglich war. Städtische Mitarbeiter aus dem Bereich „Soziales Wohnen“ konnten nach Auskunft der Stadt in Gesprächen mit den Flüchtlingen die Situation „rasch klären“.

76 Flüchtlinge sind an der Beethovenstraße untergebracht

Eine Augenzeugin aus dem Bus hörte Klagen der Flüchtlinge über ihre Unterbringung in der Turnhalle: „Sie waren unzufrieden mit der Gesamtsituation, von der Unterkunft bis zum Essen.“ Zurzeit herrscht an der Beethovenstraße nur Anliegerverkehr, zu dem auch der Stadtbus gehörte, der seine Route änderte. „Die Unmutsbekundung verlief völlig friedlich“, erklärte Bürgermeister Erik Lierenfeld: „Wir haben deutlich gemacht, dass die Blockade der Straße nicht akzeptabel ist. Ich habe aber Verständnis dafür, dass die Unterbringung in einer Turnhalle vor allem für Familien belastend ist.“ Zurzeit beherbergt die Stadt dort 76 Flüchtlinge. „Unser Ziel ist, diese Unterkunft schnellstmöglich zu räumen, so dass die Halle wieder für Schul- und Vereinssport bereitsteht“, sagte Lierenfeld. Mit Covestro verhandele die Stadt darüber, das ehemalige Mitarbeiter-Wohnheim C 29, eine Übergangs-Notunterkunft des Landes, weiter nutzen zu können. „Wenn das Gebäude weiter für bis zu 200 Menschen zur Verfügung stünde, würde uns das bei der Lösung der Unterbringungsprobleme helfen“, sagte der Erste Beigeordnete Robert Krumbein.

Auf Facebook äußerte sich Lierenfeld betroffen über Kommentare einiger Nutzer zu der „völlig friedlich abgelaufenen Aktion“. „Es besteht auch keinerlei Verbindung zu den unsäglichen Vorfällen in Köln. Niemand von den Flüchtlingen ist gewaltsam geworden“, betonte er.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer