Eine Bombe wurde gestern an der Bataverstraße entschärft. Zuvor musste ein Teilstück der A 52 gesperrt werden.

Eine Bombe wurde gestern an der Bataverstraße entschärft. Zuvor musste ein Teilstück der A 52 gesperrt werden.
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Dennis Kluge (l.) vom Ordnungsamt der Stadt mit den Kampfmittelräumern Jost Leisten (M.) und Udo Lokotsch. Rechts oben: Viele Straßen rund um den Fundort mussten gesperrt werden. Rechts unten: Die Lagebesprechung während des Einsatzes. Fotos: woi (2), abu, Bild 1 von 3

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Nordstadt. Um 17.03 Uhr trifft der lang erwartete Funkspruch ein: Alle Straßen können wieder freigegeben werden. Hinter Jost Leisten und Udo Lokotsch vom Kampfmittelräumdienst liegen schweißtreibende 25 Minuten. „Und einige Stunden Warten“, sagt Leisten. Gegen 8.45 Uhr war gestern Morgen bei Bauarbeiten an der Bataverstraße eine Zehn-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Umgehend wurden die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet, doch für die Entschärfung bedurfte es umfassender Vorbereitungen: Rund 350 Anwohner aus einem Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle mussten ihre Wohnungen verlassen, betroffen waren insbesondere Bewohner der Bols-Siedlung. Für sie wurde in der Sporthalle am Further Kirmesplatz eine Aufenthaltsmöglichkeit geschaffen.

Auch ein Supermarkt musste geräumt werden

Zudem gab es einen zweiten Sicherheitsbereich, in dem während der Bombenentschärfung ein sogenanntes luftschutzmäßiges Verhalten galt. Dazu zählten auch Teile von Düsseldorf und Meerbusch – und ein Teilstück der A 52, die zwischen Büderich und dem Kreuz Kaarst für fast eine Stunde im beginnenden Berufsverkehr gesperrt wurde. Dort gab es Staus. Auch der Luftraum wurde zeitweilig gesperrt.

In Neuss wurde zudem der Real-Markt an der Bataverstraße vorübergehend geschlossen. Ab 14.30 Uhr wurden keine Kunden mehr in den Supermarkt gelassen, ab 15 Uhr wurde das Geschäft geräumt. Mit Lautsprecherdurchsagen seien die Kunden auf die Bombenentschärfung hingewiesen worden, erklärt Real-Pressesprecher Markus Jablonski. Von der Stadt sei man früh genug informiert worden, um alle Maßnahmen umzusetzen. Um 18 Uhr öffnete der Real-Markt wieder.

Für Jost Leisten und Udo Lokotsch, beides erfahrene Kampfmittelräumer, sind Bombenentschärfungen beinahe Tagesgeschäft. „Alleine in den vergangenen zwei Wochen haben wir vier Bomben entschärft“, sagt Leisten. Die in Neuss gefundene Bombe war dennoch etwas Besonderes. „Sie ist größer. Normalerweise wiegen die Bomben, die entschärft werden müssen, nur die Hälfte“, erklärt Leisten.

Die Sperrungen wurden nach der Bombenentschärfung in zwei Etappen aufgehoben. Zunächst wurden die A 52 und der Luftraum wieder freigegeben. Als die Bombe schließlich auf einen Lkw des Kampfmittelräumdienstes verladen war, wurden auch die Straßensperren in Neuss wieder aufgelöst. „Dass wir es in zwei Etappen machen, hat in erster Linie etwas damit zu tun, Schaulustige fernzuhalten“, erklärt Leisten. „Die Straßen in der unmittelbaren Umgebung wurden daher erst kurz nach der Autobahn wieder freigegeben.“

Neben den 350 Personen, die während der Bombenentschärfung ihre Wohnungen verlassen mussten, gab es in Neuss, Düsseldorf und Meerbusch rund 2000 Personen, die zu luftschutzmäßigem Verhalten aufgefordert wurden. Sie durften ihre Wohnungen nicht verlassen und sollten Fenster meiden.

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