Durch das Land NRW und RWE ist die in die roten Zahlen geratene Stiftung jetzt saniert. Das Kapital wurde um 6 Millionen Euro auf 11 Millionen Euro aufgestockt.

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Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (2.v.l.) bei der Pressekonferenz in Dyck.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (2.v.l.) bei der Pressekonferenz in Dyck.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (2.v.l.) bei der Pressekonferenz in Dyck.

Rhein-Kreis Neuss. Dafür kam sogar Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) persönlich nach Schloss Dyck: Das Grundkapital der Stiftung wurde jetzt um sechs Millionen Euro aufgestockt und damit mehr als verdoppelt. "Wir sind überzeugt, dass mit 11 Millionen Euro auf der hohen Kante die Dycker Stiftung schwarze Zahlen schreiben kann", verkündete Rüttgers am Freitag. 3 Millionen Euro kommen aus der Landeskasse (2 Millionen Euro vom Ministerium für Bauen und Verkehr sowie eine Million von der Staatskanzlei), weitere 3 Millionen Euro von RWE.

Nun kommt eine solche Finanzspritze nicht von ungefähr. Seit ihrer Gründung vor acht Jahren hat die Stiftung das Kulturdenkmal Schloss Dyck zu einem Tourismusmagneten entwickelt und sich als internationales Institut für Gartenkunst und Landschaftskultur einen Namen gemacht. 2007 konnten 75 Prozent der jährlichen Kosten selbst erwirtschaftet werden. Mit mehr als 230 000 Besuchern sieht die Bilanz für 2008 ähnlich gut aus.

Das war nicht immer so: Gestartet war die Stiftung 2001 mit nur 31 000 Besuchern und konnte sich nur langsam steigern. Hinzu kam, dass die Stiftung von Anfang an unterfinanziert war. "Wir sind von einer zu optimistischen Zinsentwicklung ausgegangen", gibt Hans-Dieter Collinet, Ministerialdirigent für Bauen und Verkehr, zu. Und so häufte sich zwischen 2001 und 2008 ein Defizit von 3,6 Millionen Euro an. Das Geld wurde teilweise aus dem Stiftungskapital genommen, teilweise vom Rhein-Kreis Neuss vorfinanziert.

RWE greift der Stiftung mit 3 Millionen Euro unter die Arme

Ziel der Stiftungsgründung war allerdings, dass sie sich eines Tages selbst tragen kann. Und dieses war trotz 75-prozentiger Kostendeckung nicht erreicht. Also blieben nur zwei Alternativen: Entweder ein ständiger Zuschuss oder eine einmalige Geldspritze. Man entschied sich für die Geldspritze, zumal RWE als Zustifter gewonnen werden konnte.

"Seit der Euroga 2002 hat sich Schloss Dyck zu einer Institution in der Gartenkunst in unserer Region entwickelt. Daran beteiligen wir uns gern, obwohl wir mit Paffendorf selbst ein Wasserschloss besitzen", erklärt RWE-Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann. Schon bei der Euroga 2002 war RWE vor allem bei der Anlage der neuen Gärten beteiligt, außerdem tritt der Energiekonzern als Sponsor der Illumina auf.

Neben dem Stiftungskapital, das den Betrieb sichern soll, werden bis 2011 weitere sechs Millionen Euro in die Sanierung des Nordteils vom Hochschloss und der Torburg samt Wirtschaftsgebäuden fließen. Das Geld kommt zu 80 Prozent aus Stadtbaufördermitteln und zu 20 Prozent vom Rhein-Kreis Neuss. Insgesamt fließen aus diesen Töpfen bis 2011 27 Millionen Euro in die Sanierung.

Derzeit wird zudem die Wirtschaftlichkeit der Umwandlung der Stallburg in ein Hotel geprüft. Gespräche mit möglichen Investoren sind angelaufen.

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