Knapp 400 Läufer entdeckten am Sonntag den Rennbahnpark auf eine ganz neue Art und Weise – ohne Schuhe.

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Ohne Schuhe ins Ziel: Heinrich Dahmen (Mitte, mit blauem Kopftuch) wurde Achter über 6,4 Kilometer.

Ohne Schuhe ins Ziel: Heinrich Dahmen (Mitte, mit blauem Kopftuch) wurde Achter über 6,4 Kilometer.

Marc Ingel

Ohne Schuhe ins Ziel: Heinrich Dahmen (Mitte, mit blauem Kopftuch) wurde Achter über 6,4 Kilometer.

Neuss. Laufen auf natürliche Art und Weise stand am Sonntag im Rennbahnpark auf dem Programm, denn knapp 400 Läufer starteten beim ersten Barfuß-Lauf. Distanzen zwischen 750 Metern und 6,4 Kilometern galt es, ohne Schuhe zu absolvieren.

Im Sand zählt jeder Kilometer doppelt

„Im Sand kann man jede der Distanzen doppelt zählen“, sagte Veranstalter André Fenner am Sonntag. Die ganz jungen Starter ließen sich davon nicht schrecken: 750 Meter lang war der Grundschullauf. Und damit die kleinen Teilnehmer auch wussten, wo es lang geht, hatte man ihnen einen Vorläufer zur Seite gestellt. Der schaute aber ganz schön verdutzt aus der Wäsche, als ihn die Kinder auf der Hälfte der Strecke abhängten.

Zwar ist kaum ein Trainingsgerät so gut erforscht wie der Laufschuh. Doch eine Studie der US-amerikanischen Ärztin Casey Kerrigan aus dem Jahr 2009 stellte alle Erkenntnisse und Entwicklungen auf den Kopf: Laufen mit Laufschuhen, hieß es da, belaste Hüft- und Kniegelenke in ähnlicher Weise wie das Laufen auf Stöckelschuhen. Ein neuer Trend in der Laufszene war geboren: „Natural Running“. Mit dem „1. Barfuss-Run“ finden die Freunde dieses natürlichen Laufstils nun eine Wettkampf-Heimat.

Heinrich Dahmen (56) aus Kerpen hat das Barfuss-Laufen in diesem Jahr für sich entdeckt: „Ich schätze den gesundheitlichen Aspekt daran.“ In einem Workshop, der am Sonntag im Rennbahnpark angeboten wurde, wollte er sich Tipps holen, um seinen Laufstil weiter zu verbessern. Die gab Stephan Braun (29) gern.

Lauf-ABC wurde auf dem Rasen absolviert

Der Triathlet und Medizinstudent führte erst mit einem Vortrag ins Thema „natürlich laufen“ ein. Dann ging es raus auf die Rennbahn. Weil parallel zum Workshop die verschiedenen Läufe starteten, wurden die Übungen des so genannten Lauf-ABCs, spezielle Aufwärmeinheiten für Läufer, auf Rasen absolviert – ohne Schuhe natürlich.

Schnell wurde den rund 30 Teilnehmern klar: Ohne die stabilisierenden Laufschuhe, die sie gewohnt sind, wird es auf dem unebenen Untergrund ganz schön wackelig. Workshop-Leiter Braun versprach jedoch: „Mit ein wenig Übung sind bereits nach einigen Wochen Barfuß-Läufe über fünf Kilometer möglich, nach einigen Monaten auch über zehn Kilometer.“ Wer also fleißig trainiert, ist im nächsten Jahr fit für die zweite Auflage vom „Barfuss-Run“.

www.barfuss-run.de

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