Auf Dyck wird mit Hochdruck gearbeitet, zur Schlossweihnacht muss alles fertig sein.

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Archäologen begleiten die Bauarbeiten am Stallhof.

Archäologen begleiten die Bauarbeiten am Stallhof.

Salzburg

Archäologen begleiten die Bauarbeiten am Stallhof.

Rhein-Kreis Neuss. Sie Sonne taucht das Herbstlaub an der Orangerieinsel von Schloss Dyck in glühende Farben, auf den Balustraden liegen die letzten Kürbisse vom Herbstmarkt. An Weihnachten denkt fast niemand. Dennoch ist Weihnachten täglich präsent – beziehungsweise die am ersten Adventswochenende startende Schlossweihnacht. „Bis dahin muss auch im Stallhof alles fertig sein“, sagt Stiftungsvorstand Jens Spanjer.

Auf den ersten Blick scheint es noch ein weiter Weg dorthin zu sein. Denn gebuddelt wird an zwei Seiten: Auf der Wasserseite reißt ein auf einem Ponton schwimmender Kran Löcher in den schmalen Streifen Erdreich neben der Mauer. Und im Innenhof gähnt ein tiefes Loch neben der Mauer, das den Blick freigibt auf die Fundamente des Barockbaus und einige querliegenden Mauerreste.

Kürzlich wurde die Südwand des Vorgängerbaus entdeckt

„Das sind die Reste der früheren Burg“, sagt Archäologin Ines Grohmann vom Büro archaeologie.e Rheinland, das die Bauarbeiten ständig begleitet. „In der vorigen Woche haben wir die Südwand des Vorgängerbaus gefunden und vor dem Stallhof haben wir einen Brunnen entdeckt, von dem niemand etwas wusste“, berichtet sie, bevor sie wieder in ein gerade ausgehobenes Erdloch verschwindet.

Denn die Sanierung des Stallhofs ist alles andere als eine normale Baumaßnahme. Da ist der aus einer bis zu acht Meter dicken Lössschicht bestehende Baugrund, auf dem das Gebäude wegzurutschen drohte. Da im lang gestreckten Stalltakt auch keine Innenwände vorhanden sind, die dem Bau eine gewisse Stabilität verliehen hätten, wurde er vom Dach ausgehend seit dem vergangenen Jahr durch unsichtbare Querverstrebungen versteift. Ende August war man an den Fundamenten angelangt, die nun sukzessive durch schnell härtende Betonblöcke gestützt werden. „Untergründung“ nennt das der Fachmann.

An der Wasserseite ist das besonders kompliziert. Deshalb wurde zunächst im Abstand von 1,25 Meter eine Spundwand in den Schlossgraben getrieben. Zwischen Spundwand und Mauer wird dann abschnittsweise ein quadratisches Loch ausgehoben, per Hand das Erdreich bis zum Fundament abgetragen und zum Schluss die Grube mit Beton geschlossen.

Auch ein Pferdeschädel wurde aus dem Erdreich geholt

Da es sich bei Schloss Dyck um ein denkmalgeschützes Gebäude mit Vorgeschichte handelt, darf jedoch kein Baggerstich ohne die Anwesenheit eines Archäologen geschehen. Sie begutachten jedes neue gegrabene Loch und dokumentieren die Funde, bevor es das Okay zum Weitergraben gibt. Überraschungen sind dabei immer im Programm.

„Wir haben in den Gruben Knochen und Pflanzenreste gefunden, sogar ein kompletter Pferdeschädel hat sich im Erdreich erhalten. Nur auf Keramikspuren, die eine Datierung ermöglicht, stießen wir bisher noch nicht“, so Grohmann. Die Hoffnung gibt sie dennoch nicht auf: „Schließlich haben wir auch den bisher unbekannten Brunnen gefunden. Vielleicht entdeckt man etwas an der noch unbekannten Nordseite des alten Schlossbaus.“

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