Innerhalb des Hydro-Konzerns wird die Aluminiumhütte nun von Grevenbroich aus geführt.

Mittels des Elektrolyse-Verfahrens wird im Rheinwerk einmalig das Aluminium erzeugt. Danach lässt sich Aluminium immer wieder recyceln – mit 5 Prozent des Energieaufwands der Elektrolyse.
Mittels des Elektrolyse-Verfahrens wird im Rheinwerk einmalig das Aluminium erzeugt. Danach lässt sich Aluminium immer wieder recyceln – mit 5 Prozent des Energieaufwands der Elektrolyse.

Mittels des Elektrolyse-Verfahrens wird im Rheinwerk einmalig das Aluminium erzeugt. Danach lässt sich Aluminium immer wieder recyceln – mit 5 Prozent des Energieaufwands der Elektrolyse.

Begrüßen die „Umhängung“: Konzernvorstand Oliver Bell (m.), Bernhard Eich (r.), Werkleiter des Rheinwerks, und Betriebsratsvorsitzender Günther Appelstiel.

Hydro, Bild 1 von 2

Mittels des Elektrolyse-Verfahrens wird im Rheinwerk einmalig das Aluminium erzeugt. Danach lässt sich Aluminium immer wieder recyceln – mit 5 Prozent des Energieaufwands der Elektrolyse.

Neuss. Im „magischen Dreieck“ der Aluminiumindustrie bilden die Aluminiumhütte, das Hydro-Rheinwerk, sowie die verarbeitenden Unternehmen Hydro Rolled Products und Alunorf einen weltweit wohl einzigartigen Industrieverbund. Nun erhalten die beiden reinen Hydro-Unternehmen eine neue Struktur: Das Rheinwerk, bisher im norwegischen Hydro-Konzern dem Bereich „Primary Metall“ zugeordnet, wird künftig bei den „Rolled Products“ geführt – von Grevenbroich aus. „Kurze Wege, mehr Flexibilität, schnelle Entscheidungen“ sieht Oliver Bell als Vorzüge der „Umhängung“ genannten Neuorganisation im Konzern.

Bell ist Konzernvorstand der Norsk Hydro und Aufsichtsratsvorsitzender der Hydro Aluminium Rolled Products GmbH mit Sitz in Grevenbroich. Für ihn ist die neue Struktur ein Bestandteil im Überlebenskampf des Rheinwerks.

Produktion ist auf 20 Prozent heruntergefahren

Wegen der hohen Strompreise, die auch wegen der CO2-Abgabe zusätzlich belastet sind, ist das energieintensive Unternehmen seit 2009 gefährdet. Die Produktion wurde auf 20 Prozent heruntergefahren, die 650 Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Die seit langem erwartete EU-Richtlinie zu Kompensationszahlungen an die energieintensive Industrie liegt nun als Entwurf vor, reicht nach Bells Ansicht aber nicht aus.

Der Vorstand macht allerdings deutlich, dass Hydro weiter um den Erhalt des Rheinwerks kämpfe, vor allem wegen des Verbunds mit den beiden verarbeitenden Werken: „Aluminium hat eine blendende Zukunft. Dass hier auch Primärerzeugung stattfindet, ist ein großer Vorteil.“ Bei einer Aufgabe des Rheinwerks sei der Verbund „teilamputiert“ und wesentlich geschwächt. Wegen der heruntergefahrenen Produktion muss jetzt Aluminium zugekauft werden – weltweit. Dass das Rheinwerk effizienter sei als andere Hütten, ohne das nutzen zu können, dass lange Transporte die Folge sind, bedauert Bell: Anders lasse sich der Betrieb aber derzeit nicht weiterführen.

Die „Umhängung“ sieht Bell ebenso wie der Werkleiter des Rheinwerks Bernhard Eich als einen Schritt, der das Überleben erleichtere. „Gerettet sind wir noch nicht“, sagt Bell. Und auch Betriebsratsvorsitzender Günther Appelstiel begrüßt die Neuregelung.

m Hydro-Rheinwerk in Neuss mit 650 Mitarbeitern wird das Aluminium produziert. Erzeugt werden nach der Reduzierung der Kapazität noch 50 000 Tonnen neues Aluminium pro Jahr. Tonnenschwere Walzbarren sind das Endprodukt im Rheinwerk. Sie werden „nach nebenan“ geschickt.

Das Unternehmen mit 2100 Mitarbeitern ist das weltweit größte Aluminiumwalz- und Schmelzwerk. Die Anteile halten je zur Hälfte Hydro und der indische Aluminiumkonzern Novelis.

Das Werk in Grevenbroich (2000 Mitarbeiter) produziert die Endprodukte wie Band- und Folienprodukte für die Kunden und liefert Reststoffe zurück an das Rheinwerk und Alunorf.

Dass der Konzern dem Rheinwerk einen hohen Stellenwert zumisst, belegen weitere Planungen. Bald soll sich entscheiden, ob dort wie bereits bei Alunorf im großen Stil Recycling betrieben wird – angesichts der Überhitze bei der Aluminiumproduktion ein naheliegender Gedanke. Parallel zu dieser Entscheidung erwarten die Hydro-Chefs dann auch endlich die Entscheidung aus Brüssel. „Alles hängt am Strompreis“, fasst Bell die Lage zusammen.

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