Leihgabe: Museumsfreunde kaufen Thorn Prikkers Werk für das Haus am Obertor.

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Museums-Direktorin Uta Husmeier-Schirlitz und Vereinsvorsitzender Georg Monßen begutachten das Prikker-Werk „Julians Fahrt über den Fluss“ von 1906.

Museums-Direktorin Uta Husmeier-Schirlitz und Vereinsvorsitzender Georg Monßen begutachten das Prikker-Werk „Julians Fahrt über den Fluss“ von 1906.

Ein anderer Julian: Heinrich Campendonk schuf dieses Werk im Jahr 1909. Darstellung: Museum

Georg Salzburg, Bild 1 von 2

Museums-Direktorin Uta Husmeier-Schirlitz und Vereinsvorsitzender Georg Monßen begutachten das Prikker-Werk „Julians Fahrt über den Fluss“ von 1906.

Neuss. Eine Mittelalter-Legende aufgreifend, hat Gustave Flaubert die Geschichte vom „Heiligen Julian dem Gastfreien“ populär gemacht. Die Geschichte von dem Büßer, der eine Schuld damit tilgt, Arme über den Fluss in seine Herberge zu holen, hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch den niederländischen Künstler Thorn Prikker inspiriert. Er verband 1906 in einem großformatigen Bild Elemente des Jugendstils mit denen des Symbolismus. Das herausragende Werk wird bald die Besucher des Clemens-Sels-Museums erfreuen: Ab April wird es als Dauerleihgabe vom Verein der Freunde und Förderer des Museums zur Verfügung gestellt. Der Verein hat es über eine Galerie erworben.

„Mit einem gewissen Stolz“ präsentierte gestern dessen Vorsitzender Georg Monßen die Leihgabe. Nach langer Zeit konnte der 600 Mitglieder starke Verein, der 2012 sein 50-jähriges Bestehen feiert, wieder ein Bild allein ankaufen.

Museumsdirektorin Uta Husmeier-Schirlitz freut sich: „Das ist ein Volltreffer: ein exzellentes Werk dieses Künstlers, von dem wir mehr als 30 Werke in der Sammlung haben. Dazu die Provenienz: Das Werk stammt ursprünglich aus der Neusser Sammlung Geller. Und dann die Dopplung des Inhalts.“ Denn auch der Prikker-Schüler Heinrich Campendonk griff das Thema auf und fertigte 1909 unter dem Einfluss seines Lehrers „seinen“ Julian – der ebenfalls im Clemens-Sels-Museum zu sehen ist.

„Mal sind wir Nothelfer, mal Mäzen“, sagt Georg Monßen. Ihm ist anzumerken, was ihm lieber ist. Den Preis für das Bild („fünfstellig“) verrät er nicht. Doch nicht einmal der gesamte Jahresetat des Museums für Ankäufe hätte dafür ausgereicht, merkt Uta Husmeier-Schirlitz an.

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