Das Gut Alt-Wahlscheid wird zu moderner Reitanlage erweitert. Der „Förderkreis Dressur“ wird dort seine Basis haben.

Das Gut Alt-Wahlscheid wird zu moderner Reitanlage erweitert. Der „Förderkreis Dressur“ wird dort seine Basis haben.
Zwei Stallgebäude und eine neue Reithalle entstehen am Gut Alt-Wahlscheid in Uedesheim.

Zwei Stallgebäude und eine neue Reithalle entstehen am Gut Alt-Wahlscheid in Uedesheim.

Brüninghoff

Zwei Stallgebäude und eine neue Reithalle entstehen am Gut Alt-Wahlscheid in Uedesheim.

Uedesheim. Das Gut Alt-Wahlscheid, das auf eine mittelalterliche Niederungsburg (Motte) zurückgeht und vielen auch als Keimzelle von Uedesheim gilt, wird zu einer modernen Reitanlage erweitert. Bauherren sind die Dressurreiterin und Pferdesport-Ausbilderin Sarah Tolles und ihr Mann Dennis Tolles, der Springreiter und Diplomkaufmann in der IT-Branche ist. Sie schaffen mit dem Bau nicht nur die Grundlage für einen auskömmlichen Betrieb des Hofes, sondern auch die Voraussetzungen dafür, dass dort ab 2018 der „Förderkreis Dressur Neuss“ mit bundesweit gut 200 Mitgliedern seine Basis haben wird.

Die Familie Tolles, so lobt Edda Hupertz vom Förderkreis Dressur ihren neuen Kooperationspartner, sei mit der Erweiterung der Hofstelle sehr konsequent und mache keine Kompromisse. Alleine die neue Reithalle – mit 27 mal 72 Meter groß genug, um bei Wettkämpfen und Lehrgängen auch Wertungsrichter und Publikum zuzulassen – nötigt ihr Respekt ab. „Sensationell“ – die Vorfreude sei groß.

Denkmalschutz: Bauherren müssen Auflagen beachten

Der Gutshof an der Grenze zum Rheinvorland, dessen Anfänge der Altertumsforscher Constantin Coenen nach Grabungen im Jahr 1884 in die Zeit der Karolinger (751-911) datiert, steht seit Januar 2000 unter Denkmalschutz. Deshalb müssen die Bauherren bestimmte Auflagen einhalten. Die Erdarbeiten werden von archäologischen Sachverständigen begleitet und alle Neubauten abseits der historischen Hofstelle so angelegt, dass das alte Ensemble als Einheit erkennbar bleibt. Die Reithalle selbst habe er so gelegt, sagt Dennis Tolles, dass sie den Blick auf die nahe Autobahn zum Teil verdeckt. Deswegen habe er sich schon Sticheleien über eine „neue Lärmschutzwand für Uedesheim“ anhören müssen.

In der Vergangenheit gehörten zu den Nachbarhöfen Alt- und Neu-Wahlscheid nach Angaben von Claudia Chehab vom Stadtarchiv 1,825 Millionen Quadratmeter Acker- und Weideland. 19,4 Millionen Mark musste die Stadt Neuss für diesen ansehnlichen Besitz hinblättern, als es ihr im Jahr 1968 gelang, die Höfe von der Stadt Düsseldorf zurückzukaufen. Der hatten diese seit 1912 gehört.

Alt-Wahlscheid war zuletzt nicht mehr bewirtschaftet worden und drohte zur Ruine zu verelenden – auch weil die Stadt weder einen Pächter noch einen Käufer fand. Das änderte sich erst im Jahr 2002, als Wilhelm Morschhäuser die Liegenschaft für die Zuchthaltung von Pferden erwarb.

Ab Mitte 2018 soll es Platz für 40 weitere Pferde geben

2015, nach Morschhäusers Tod und dem Auszug seiner Witwe übernahmen die damals frisch verheirateten Eheleute Tolles das Anwesen. Die Ländereien waren in der Zeit, als der Hof leer stand, aber schon an umliegende Betriebe verpachtet worden, sagt Dennis Tolles, so dass zu seiner Hofstelle heute „nur“ noch 18 Hektar Grünland gehören. Das ist aber noch genug, um die Zahl der von Privatleuten eingestallten Pferde von derzeit 26 – plus zwei eigene Tiere und zwölf „Rentner“, die auf Alt-Wahlscheid ihr Gnadenbrot erhalten – um weitere 40 Plätze zu vergrößern. Der Baubeginn für Ställe und Reithalle ist erfolgt. Bezugsfertig sollen sie zum 1. Juli 2018 sein.

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