Das Netzwerk Alte Apotheke geht mit einer neuen Aktion an den Start. Die Patenschaften unterstützen Menschen mit Behinderung.

Das Netzwerk Alte Apotheke geht mit einer neuen Aktion an den Start. Die Patenschaften unterstützen Menschen mit Behinderung.
Den ersten „Kubikmeter“ des Netzwerks Alte Apotheke kaufte Bürgermeister Erik Lierenfeld. Leiterin Anna Hölscher hofft auf weitere Käufer.

Den ersten „Kubikmeter“ des Netzwerks Alte Apotheke kaufte Bürgermeister Erik Lierenfeld. Leiterin Anna Hölscher hofft auf weitere Käufer.

A. Tinter

Den ersten „Kubikmeter“ des Netzwerks Alte Apotheke kaufte Bürgermeister Erik Lierenfeld. Leiterin Anna Hölscher hofft auf weitere Käufer.

Dormagen. Ein Würfel mit einer Kantenlänge von einem Meter hat das Volumen von einem Kubikmeter. So viel Platz im Netzwerk Alte Apotheke gehört seit gestern symbolisch Bürgermeister Erik Lierenfeld. Er ist der erste Unterstützer, der den Kubikmeter für das inklusive Begegnung- und Beratungszentrum der St.-Augustinus-Behindertenhilfe in Dormagen erworben hat. Dafür gab es ein Zertifikat und eine kleine Papp-Spardose.

„Andere sprechen über Inklusion, hier wird sie einfach umgesetzt.“

Erik Lierenfeld, Bürgermeister

Quadratmeter zu vergeben, war zu zweidimensional, wie Anna Hölscher, die Leiterin des Netzwerks Alte Apotheke, lachend erklärt: „Da sind wir auf die Idee gekommen, auf m3-Volumen aufzustocken.“ Sie hofft auf viele neue Netzwerk-Paten, die die Begegnungsstätte an der Kölner Straße 30, neben der Kirche St. Michael, unterstützen möchten. „Wir wollen hier Behinderten und Nicht-Behinderten eine Heimat geben, wo sie sich zwanglos begegnen können“, weist Hölscher darauf hin, dass mit vielen niederschwelligen Angeboten wie dem werktags geöffneten Café vorhandene Berührungsängste abgebaut werden sollen. Genau das unterstützt Erik Lierenfeld gern, der bereits als stellvertretender Bürgermeister oft Veranstaltungen das Netzwerk Alte Apotheke begleitet hat. „Ich freue mich, dieses tolle Angebot zu unterstützen“, sagte Bürgermeister Lierenfeld gestern. „Mein Kubikmeter ist genau hier“, markiert er mitten im Café mit den Händen einen imaginären Würfel in der Luft: „Wie das Dormagener Motto: Mittendrin im Leben. Denn das bedeutet es auch, dass sich Behinderte und Nicht-Behinderte hier treffen können – auf Augenhöhe.“

Das Netzwerk Alte Apotheke ist für ihn „ein gutes Beispiel für gelebte Inklusion: Andere sprechen immer über Inklusion, hier wird sie einfach umgesetzt.“ Er hofft, dass viele weitere Paten seinem Beispiel folgen.

Dormagen habe Vorreiterfunktion, das meint auch Heike Schellhaas, Einrichtungsleiterin aller Tagesstrukturierende Dienste und Netzwerke der St.-Augustinus-Behindertenhilfe im Rhein-Kreis Neuss: „Wir lassen unsere Klienten entscheiden, was sie umsetzen wollen, schließlich geht es um sie“, erklärte Schellhaas.

Auf dem Weihnachtsmarkt soll die Aktion publik gemacht werden

Rund 15 ehrenamtliche Mitarbeiter helfen dem Betreuungsteam bei der Arbeit. Es gibt Angebote wie das Internetcafé, die Quermalergruppe und die Strickgruppe.

Die harmonische Begegnung von Dormagenern mit den „Klienten“, wie die Netzwerk-Mitarbeiter wertschätzend ihre behinderten Nutzer nennen, war auch gestern wieder zu beobachten, als die Essensgruppe des Netzwerks an einem großen Tisch im Café Gemüse für das Mittagessen schnibbelte, und direkt daneben ein Paar seinen Kaffee genoss.

Das Kubikmeter-Angebot wird das Netzwerk – mit Hilfe von vielen ehrenamtlichen Helfern – auch auf dem Dormagener Weihnachtsmarkt bekannt machen: „Ab dem 5. Dezember werden wir in einer der Vereinshütten auch dafür werben“, erklärt Anna Hölscher. Verkauft werden sollen da selbst hergestellte Sachen wie Eierlikör, Apfellikör, Gestricktes, Gebasteltes und Plätzchen.

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