Jörg Geerlings attackiert den Bürgermeister: Breuer hätte erst auf Druck der Anwohner einen weiteren Runden Tisch vereinbart. Die SPD und Anwohner widersprechen jedoch.

Jörg Geerlings attackiert den Bürgermeister: Breuer hätte erst auf Druck der Anwohner einen weiteren Runden Tisch vereinbart. Die SPD und Anwohner widersprechen jedoch.
Die CDU wirft dem Bürgermeister vor, das Drogenproblem im Marienviertel stiefmütterlich zu behandeln.

Die CDU wirft dem Bürgermeister vor, das Drogenproblem im Marienviertel stiefmütterlich zu behandeln.

Andreas Woitschützke

Die CDU wirft dem Bürgermeister vor, das Drogenproblem im Marienviertel stiefmütterlich zu behandeln.

Neuss. Nach dem erneuten Aufkeimen der Drogenproblematik auf und rund um den Marienkirchplatz geht die CDU in den Attacke-Modus über. Ziel ist Bürgermeister Reiner Breuer. Der Vorwurf: Das Thema stoße beim Verwaltungschef offensichtlich „auf ein ausgeprägtes Desinteresse“. Anders sei nicht zu erklären, dass der auf Beschluss des Hauptausschusses einberufene Runde Tisch Marienviertel bisher nur ein Mal getagt habe. „Erst auf Druck hat der Bürgermeister wohl jetzt einen zweiten Termin avisiert, der Anwohnern zufolge erst im Mai stattfinden soll“, teilt Jörg Geerlings mit.

Laut des Neusser CDU-Chefs sei offensichtlich nichts geschehen, seitdem der Hauptausschuss die Verwaltung vor rund fünf Monaten damit beauftragte, die Drogenkriminalität im Marienviertel zu bekämpfen und die Bestreifung durch den Kommunalen Service- und Ordnungsdienst (KSOD) zu erhöhen. „Ein klares Statement, dass der Bürgermeister der Belästigung und Gefährdung der Anwohner und der Kita-Kinder durch die Drogenkriminalität keinerlei Priorität einräumt und die Beschlüsse der demokratischen Gremien ignoriert“, schreibt Geerlings.

Die Anwohnerinitiative lobt den Kommunalen Ordnungsdienst

Der Bürgermeister weist die Vorwürfe zurück. „Ich bedauere, dass Wahlkämpfer Geerlings offenbar unter Missachtung der Fakten mit den Ängsten der Anwohner spielt“, sagt Breuer. Der KSOD zeige sehr wohl eine hohe Präsenz.

Das Marienviertel gehört zum Wahlkreis von Michael Ziege (SPD). Er kann ob der Vorwürfe der CDU nur den Kopf schütteln. „Ich finde das äußerst abenteuerlich“, sagt der Stadtverordnete. Er führe regelmäßig Gespräche mit Anwohnern, die ihm signalisierten, dass der KSOD Präsenz und Kontrollen deutlich erhöht habe. „Die Anwohner werden immer zufriedener, das gilt auch für den Bereich Meererhof“, sagt Ziege.

Andreas Alberts von der Anwohnerinitiative, die sich im vergangenen Jahr an den Bürgermeister gewandt hatte, bestätigt: „Der Ordnungsdienst ist sehr aktiv und erteilt auch Platzverweise.“ Der Handlungsspielraum des KSOD sei jedoch begrenzt – in manchen Fällen müsse die Polizei hinzugerufen werden.

Zuletzt gab es Stimmen, dass sich die Situation verschlimmert habe

Marcel Offermann, dessen „Puppenklinik“ unweit des Marienkirchplatzes liegt, zeigt sich verärgert ob Geerlings Aussage, Breuer habe den zweiten Runden Tisch nur auf Druck von Anwohnern einberufen. „Das stimmt einfach nicht. Beim ersten Runden Tisch wurde vereinbart, dass wir uns wieder zusammensetzen, sobald es wärmer wird. Und das wird nun eingehalten. Reiner Breuer hat uns volle Unterstützung zugesagt.“ Die Aussagen von Geerlings seien „ein Schlag ins Gesicht des Ordnungsdienstes“, der im Viertel omnipräsent sei.

Dadurch scheint das Problem allerdings noch nicht im Griff. Denn jüngst hatte die Anwohnerinitiative moniert, dass das Drogenproblem am Marienkirchplatz trotz Kontrollen durch KSOD und Polizei zurück sei – und dass es sich sogar verschlimmert habe.

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