Drehorgelspieler demonstrierten in der Zonser Altstadt über Pfingsten ihre Instrumente. Insgesamt 25 Orgeln konnten gehört werden, die ältesten stammten aus dem 19. Jahrhundert. Bis in den Abend hinein spielten die Musiker.

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Die Besucher schauten nicht nur zu oder sangen mit, sie durften auch mal selbst an die Drehorgeln.

Die Besucher schauten nicht nur zu oder sangen mit, sie durften auch mal selbst an die Drehorgeln.

Uli Engers

Die Besucher schauten nicht nur zu oder sangen mit, sie durften auch mal selbst an die Drehorgeln.

Dormagen. Das Drehorgelspiel lässt sich nicht im Handumdrehen erlernen. Besucher des 13. Internationalen Drehorgelfestes in der Zonser Altstadt konnten dies erfahren, wenn sie das Instrument selbst einmal ausprobierten. So ließen Bernd und Sonja Krefting am Pfingstwochenende gerne ihr Publikum an die Drehorgel. Schließlich kam das Ehepaar aus Wuppertal auf diese Weise selbst zum Spiel.

"Früher musste ich immer für meine Frau fragen, ob sie einmal drehen darf", erzählte Bernd Krefting. Vor sieben Jahren reisten beide nach Waldkirch, dem so genannten Mekka des Orgelbaus. Dort kaufte Bernd Krefting seiner Frau eine Orgel.

Seitdem spielt sie so oft wie sie möchte, und hat inzwischen auch ihren Mann mit ihrer Leidenschaft angesteckt. Er kaufte sich eine Zungenorgel und restaurierte das 100 Jahre alte Musikinstrument.

"Es macht einfach Freude, wenn die Musik den Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zaubert und die Kinder dazu tanzen", sagte Krefting. In den Sommermonaten ist das Ehepaar fast jedes Wochenende auf Drehorgelfesten zu Gast.

Bereits zum zwölften Mal in Zons dabei war die Familie Meyer aus dem saarländischen Weiskirchen. Klaus Meyer erblickte nur ein paar Münzen in seinem Klingelbeutel. "Das kleine Mädchen stiehlt mir die Schau", sagte er, und meinte damit seine Tochter Anna-Lena.

Das Drehorgelspielen ist ein Familienhobby. In ihrer Heimat betreiben die Meyers auch ein kleines Museum für Musikinstrumente. Auf seiner Walzendrehorgel spielte Klaus Meyer den "Kuckuckswalzer" oder "Schöne Maid". Andernorts waren auch neuere Volkslieder wie "D’r alte Holzmichel" zu hören.

Bis in den Abend hinein spielten die Musiker am Pfingstsonntag und Pfingstmontag. Die Drehorgelspieler verteilten unter den Schaulustigen auch gerne Liederzettel und luden zum gemeinsamen Singen ein. "Zons bietet ein schönes Ambiente und dem Publikum gefällt es", lobte Meyer. Und Bernd Krefting freute sich, "die Kollegen wieder zu treffen und zu sehen, dass es ihnen gut geht".

Neben Drehorgelspielern aus der ganzen Bundesrepublik waren auch Gäste aus der Schweiz und den Niederlanden angereist. Insgesamt 25 Orgeln konnten in Zons gehört werden, die ältesten stammten aus dem 19. Jahrhundert. Spieler Geert Jacobs war hinter den großen Pfeifen seiner Keramikorgel fast nicht zu sehen.

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