In einem Erste-Hilfe-Container werden Verletzte von giftigen Substanzen befreit.

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Probe für den Ernstfall: Der Verletzte wird über ein Rollband in den Container befördert, um dort von den Giften gereinigt zu werden.

Probe für den Ernstfall: Der Verletzte wird über ein Rollband in den Container befördert, um dort von den Giften gereinigt zu werden.

Uli Engers

Probe für den Ernstfall: Der Verletzte wird über ein Rollband in den Container befördert, um dort von den Giften gereinigt zu werden.

Dormagen. Er ist einer der ersten in Nordrhein-Westfalen: In der Feuerwache wurde am Montag der "AB Dekon-V" vorgestellt, ein Erste-Hilfe-Container mit mobiler Duschanlage. Im Falle einer Katastrophe können Personen, die mit giftigen Substanzen in Berührung gekommen sind, direkt und vor Ort von den Chemikalien befreit werden. 250 000 Euro kostete die Anlage. In den kommenden drei Jahren sollen alle Städte und Kreise des Landes mit einem solchen Container ausgestattet sein.

"Gerade in einer Region, in der einer der größten Chemieparks der Welt steht, ist es wichtig, nötige Vorkehrungen zu treffen", betont Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke. Allein der Transport gefährlicher Güter über Autobahnen, Wasser oder Gleise bilde eine stetige Gefahrenquelle.

Der neue Container besteht aus zwei Schnellbauzelten mit zwei Duschkabinen sowie eigener Heizung und Stromversorgung. Verletzte werden über ein Rollband in die Kabinen gefahren. Dort werden sie mit einem speziellen Reinigungsschaum von Giften befreit und anschließend mit warmen Decken versorgt. Bis zu 20 Personen in der Stunde können auf diese Weise von Gefahrenstoffen gereinigt werden.

"Beim Giftgasanschlag in Tokio 1995 gab es diese Art der Erste-Hilfe-Versorgung nicht. Die Verletzten schleppten die Schadstoffe bis in die Krankenhäuser hinein. Das ist eine ungeheure Gefahr", betont Christian Schröder, Branddirektor vom Institut Feuerwehr NRW. Das Thema Terrorismus spiele auch in Europa zunehmend eine Rolle. "Da ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein", so Schröder.

Kritik an der Anlage: Der Zeitaufwand, um die Zelte aufzubauen, sei relativ groß. Und man benötige viel Platz. "Der Container ist dennoch ein ungeheurer Fortschritt", erklärt Schröder.

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