Sarah Voss (10) darf als „Eskortenkind“ die deutsche Fußballnationalmannschaft im Spiel gegen Ghana ins Stadion begleiten.

Dormagen. Wenn am 23. Juni die deutsche Fußballnationalmannschaft in Johannesburg zum Spiel gegen Ghana ins Stadion einläuft, wird einer der Kicker die zehnjährige Sarah Voss an der Hand haben. Die kleine Dormagenerin ist eines von nur 13 Kindern bundesweit, die im Rahmen der McDonalds WM-Eskorte ausgewählt wurden und als "Eskortenkinder" ihren Fußballhelden ganz nahe kommen dürfen.

"Ich hätte nie gedacht, dass es klappt", sagt das zierliche Mädchen mit den Sommersprossen auf der Nase. Dabei mangelt es Sarah ganz bestimmt nicht an Ehrgeiz. Die Zehnjährige ist selbst Leistungssportlerin und turnt beim Turnteam Toyota Köln in der ersten Bundesliga.

20 Stunden in der Woche ist sie in der Halle und trainiert für ihr großes Ziel: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016. "In ihre Bewerbung für das Eskortenprogramm hat Sarah geschrieben, dass sie gerne schon mal den Rausch eines großen Wettkampfes spüren möchte", schmunzelt Mutter Sabine.

Entdeckt hatte Sarah die Ausschreibung bei einem Besuch in dem bekannten Schnellrestaurant. Ein wenig aufgeregt ist die zierliche Viertklässlerin schon, wenn sie an den Einlauf in das Soccer City Stadion in Johannesburg denkt, in dem knapp 95.000 Fans die Teams aus Deutschland und Ghana frenetisch bejubeln werden. Damit nichts schief geht, stehen vor dem Anpfiff vier Stunden Einlauftraining für Sarah und die drei anderen deutschen Eskortenkinder dieses Spiels auf dem Programm.

Am Mittwoch, 23. Juni, um 20.15 Uhr heißt es aufstellen im Spielertunnel, eine Viertelstunde später ist der große Moment dann gekommen. Wer beim Stadioneinlauf ihre Hand halten wird, weiß Sarah noch nicht: "Philipp Lahm wäre schön", sagt sie. Aber auch mit Bastian Schweinsteiger oder Mario Gomez wäre die kleine Turnerin einverstanden.

Dafür, dass die vier Tage in Johannesburg unvergesslich werden, sorgt auch das Rahmenprogramm. Geplant ist unter anderem eine Safari, der Besuch einer Goldgräberstadt und ein Fußballspiel der Eskortenkinder aus Deutschland und Ghana. Mutter Sabine wird ihre Tochter nach Südafrika begleiten.

Sie wird sich dort aber nicht nur für die sportlichen Highlights interessieren, sondern auch dafür, wie die Südafrikaner die Sicherheit rund um das Turnier organisiert haben. Sabine Voss ist Leiterin der Dormagener Feuerwehr.

Mit den Themen Gefahrenabwehr und -vorbeugung kennt sich die Diplom-Ingenieurin für Sicherheitstechnik aus: Im Jahr 2006 war sie während der Fußball-WM bei ihrem vorherigen Arbeitgeber, der Frankfurter Berufsfeuerwehr, für die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr verantwortlich.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer