In einer neuen Abteilung werden künftig unheilbar Kranke betreut. Die Kosten übernimmt der Träger.

Das Kreiskrankenhaus in Dormagen erweitert sein Angebot.
Das Kreiskrankenhaus in Dormagen erweitert sein Angebot.

Das Kreiskrankenhaus in Dormagen erweitert sein Angebot.

Uli Engers

Das Kreiskrankenhaus in Dormagen erweitert sein Angebot.

Dormagen. Das Kreiskrankenhaus Dormagen bekommt eine Palliativstation zur Behandlung von unheilbar Kranken. Auf Antrag der CDU-Fraktion und mit Unterstützung aller Parteien entschied der Kreiskrankenhausausschuss, auch ohne Genehmigung der Bezirksregierung und entsprechende Finanzmittel das Projekt umzusetzen.

"Wir halten weiteres Warten im Interesse der Not leidenden Patienten in den kommunalen und kirchlichen Krankenhauseinrichtungen nicht länger für zumutbar", erklärt der Ausschussvorsitzende Christian Will.

In Dormagen wurden unheilbare Kranke bisher durch das ambulante Palliativ-Zentrum und die Hospizbewegung Dormagen betreut. Mit dem Beschluss wird nun eine Versorgung realisiert, für die sich beide Vereinigungen seit mehreren Jahren einsetzen.

Auch für das Kreiskrankenhaus sei ein Wunsch in Erfüllung gegangen, bekräftigt Chefarzt Dr.Wolfgang Thier. "Die Notwendigkeit der Palliativmedizin im Krankenhausalltag wurde erkannt. Wir fangen nicht bei Null an, sondern haben bereits ein speziell ausgebildetes Team aus Ärzten und Pflegern", so Thier.

Die Palliativstation bedeute nicht die Endstation im Lebensweg der Patienten, schließlich leiste sie auch nicht die Arbeit des klassischen Hospizes. Mehr als die Hälfte der Kranken werden im ambulanten Bereich, also in häuslicher Umgebung, weiter gepflegt.

Trotzdem soll die Station keine triste Krankenhausatmosphäre bieten. Christian Will hat bei den Personalkosten für drei bis vier Pflegekräfte und einer halben Facharztstelle Personalkosten von 240.000 Euro errechnet. Das sei im Gesamtbudget des Krankenhauses von 35 bis 40 Millionen Euro verkraftbar, so der Kreistagsabgeordnete. Allerdings plant Chefarzt Dr.Wolfgang Thier mit neun Pflegekräften und mindestens zwei Ärzten.

Die Hospizbewegung sagt ihrerseits finanzielle wie personelle Unterstützung zu. Über 30 geschulte Mitglieder des Vereins werden sich vor allem um die Begleitung der Patienten und ihrer Angehörigen kümmern. Außerdem soll demnächst ein Förderverein für das Kreiskrankenhaus Dormagen gegründet werden. Die Palliativstation wird im Laufe des Jahres eröffnet. "Wir möchten, dass es durch alle Beteiligten eine runde Sache wird. Jeden Monat früher, umso besser", so Will.

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