Der Hauptausschuss hat sich nun mit einem Gutachten des Tüv Hessen beschäftigt.

Am 17. März trat aus einer Pipeline Ethylen aus. Das Gas entzündete sich und setzte einen Tank in Brand.
Am 17. März trat aus einer Pipeline Ethylen aus. Das Gas entzündete sich und setzte einen Tank in Brand.

Am 17. März trat aus einer Pipeline Ethylen aus. Das Gas entzündete sich und setzte einen Tank in Brand.

Archiv

Am 17. März trat aus einer Pipeline Ethylen aus. Das Gas entzündete sich und setzte einen Tank in Brand.

Dormagen. Ein weiteres Gutachten zum Ineos-Unfall am 17. März 2008 war Thema der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Nach dem TÜV Rheinland hatte auch der TÜV Hessen den Vorfall untersucht.

Besonders interessant fand Ingo Kolmorgen (Bündnis 90/Die Grünen) die Aussage im Gutachten, dass "zu einer optischen Vergrößerung des Flammenbildes" auch das "Eintragen von Löschwasser durch die Feuerwehr beigetragen" habe.

Heinz Hammer, Leiter der Werksfeuerwehr im Chemiepark, betonte in seiner Stellungnahme vor dem Ausschuss, dass die taktischen Einsätze auch durch die TÜV-Gutachten nicht beanstandet wurden. Die Feuerwehr sei wegen der Undichtigkeit einer Ethylenleitung ausgerückt.

"Als wir ankamen, brannte es schon", sagte Hammer. Wie vorgeschrieben habe die Feuerwehr nicht versucht, den Gasbrand zu löschen, weil dabei hochexplosive Luft-Gas-Gemische hätten entstehen können. Stattdessen habe man die Umgebung und benachbarte Tanks gekühlt.

Beim Verspritzen des Löschwassers aus 60Metern Entfernung mit dem Dachwerfer sei es ganz normal, dass Wassernebel und kleine Tröpfchen auch zum Brandherd getragen werden und dort wegen der großen Brandhitze verdampfen. Damit könne die Vergrößerung der Flammen erklärt werden.

Offen blieb dagegen die Frage der Grünen-Fraktion, warum die Wartungsarbeiten, die vor dem Unglück durchgeführt wurden, unter vollem Betriebsdruck der Pipeline stattfanden und nicht während einer Stillstandphase.

Bürgermeister Heinz Hilgers verlas dazu einen Abschnitt aus dem Gutachten. In dem heißt es, dass empfohlen wird, solche Arbeiten unter Druck zu vermeiden.

Denn das Nachziehen von der Dichtungen an den Gasleitungen zähle zu den gefährlichen Arbeiten, bei denen Brand- oder Explosionsgefahren bestünden.

Mittlerweile seien die Dichtungen, so genannte Isolierflanschen, auf dem gesamten Ineos-Gelände gegen wartungsfreie ausgetauscht worden.

Weitere Fragen, etwa zu einem Auto, das in der Nähe der Unfallstelle gestanden habe, konnten nicht beantwortet werden. Und auch weitere Stellungnahmen seien nicht zu bekommen, so Hilgers, da die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sind. Letztlich müsse man die Bewertung der Staatsanwaltschaft abwarten.

Derzeit werde aber gemeinsam mit der Stadt Köln geprüft, an wen ein Gebührenbescheid über die Kosten für diesen Großbrand adressiert werden könne.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer