Streetlight: 470 Schüler studieren mit Profis in drei Tagen ein Stück ein. Aufgeführt wird es in der Sporthalle Zons.

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Projektleiter Alfred Hovestädt von der Caritas mit Sven Müller (14) und Harun Türkmendag (15).

Projektleiter Alfred Hovestädt von der Caritas mit Sven Müller (14) und Harun Türkmendag (15).

Georg Salzburg

Projektleiter Alfred Hovestädt von der Caritas mit Sven Müller (14) und Harun Türkmendag (15).

Dormagen. Pünktlich um 8.15 Uhr wird es nächsten Montag für alle Teilnehmer losgehen. Dann beginnt für die 470 Schüler der Hermann-Gmeiner-Hauptschule und die Jugendlichen des Raphaelshauses die Arbeit in den verschiedenen Workshops. Nach nur drei Vorbereitungs- und Probetagen werden sie mit den Profimusikern von Gen Rosso das Musical "Streetlight" auf der Bühne der Sporthalle in Zons aufführen.

Workshops zu Tanz, Licht und Tontechnik

"Stark ohne Gewalt" heißt das Gewaltpräventionsprojekt, das nach Zwischenstopps zuletzt in Wülfrath und Arnsberg nun nach Dormagen kommt. Die Schülerinnen und Schüler der beiden pädagogischen Einrichtungen bearbeiten im Rahmen einer Projektwoche mit den Musikern das Thema Gewalt.

Da nur etwa 200Schüler direkt in dem Musical mitwirken können, werden neben Workshops zu Tanz, Schauspiel, Chor oder Licht- und Tontechnik auch Trainingseinheiten angeboten, in denen zum Beispiel ein Vorprogramm eingeübt wird.

Nach neuesten Statistiken hat jeder fünfte Schüler bereits Erfahrung mit Gewalt gemacht: Auch dies ein Grund für den Diözesan-Caritasverband im Erzbistum Köln, sich an dieser Stelle zu engagieren. Dabei richten sich die verschiedenen Kampagnen, die die Caritas bereits 2007 und 2008 gestartet hat, nicht nur an mögliche Täter, sondern an die "Zuschauer" eines Konfliktes.

"Habt Mut, Stellung zu beziehen!" So bringt es der Projektleiter der Caritas, Alfred Hovestädt, auf den Punkt. Hovestädt ist von dem "Stark ohne Gewalt"-Projekt, das seit 2006 angeboten wird, vollends überzeugt. Wissenschaftliche Evaluierungen von 2007 hätten gezeigt, dass sich die Mentalität der Schüler durch das Projekt verändert habe. "Die Emotionen, Musik, Bewegung und vor allem die Präsentation vor so einem großen Publikum schweißt die Gruppe zusammen", erläutert Hovestädt.

Das Raphaelshaus ist ein Jugendhilfezentrum in der Stadt Dormagen mit vielfältigen Hilfsangeboten für Jugendliche und deren Eltern. Darunter sind die stationäre, teilstationäre und ambulante Jugendhilfe und die Raphaelschule, eine katholische Förderschule mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung.

Der Schulleiter der Hermann-Gmeiner-Hauptschule, Klaus Krützen ist sehr froh, das Angebot nutzen zu können: "Es ist eine gute Gelegenheit, fernab der Notengebung Schüler stark zu machen." Um den Schülern klarzumachen, dass sie Herausragendes leisten könnten, auch ohne Gymnasiasten zu sein, würden sich solche Projekte hervorragend eignen. Das würde sie auch in dem Bestreben unterstützen, eine Schule ohne Rassismus zu schaffen.

Für Friedhelm Römer-Englert, Schulleiter des Raphaelshauses, ist es nicht nur eine gute Gelegenheit, den Jugendlichen zu zeigen, dass sie stark sind. Schön ist für ihn auch die Zusammenarbeit mit einer anderen Schule. "Unsere Schüler sind ja kleine Gruppen gewöhnt", erläutert er. "Das sie zum Schluss vor einem großen Publikum auftreten können, ist für sie eine Riesensache." Das Projekt, das 40000 Euro kostet, wird von Xenos und der Europäischen Union gefördert.

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