Nach dem Tod zweier Hunde erheben die Halter schwere Vorwürfe gegen die Stadt. Eine Anwältin klärt nun die Möglichkeiten der Hundehalter. Das Düngemittel wurde auch am Zugang zum Spielplatz an der Kamillenstraße verstreut.

Dormagen. Wieviele Hunde genau erkrankt sind, stand auch am Montag noch nicht genau fest. Von sieben und weiteren Tieren ist die Rede, die durch offenbar unsachgemäß verteiltes Düngemittel im Neubaugebiet Rheinfeld vergiftet wurden. "Wir wissen derzeit nur von zwei Tieren, die verendet sind", beteuert Dormagens Stadtsprecher Harald Schlimgen. Mit den Hundehaltern stehe man in engem Kontakt.

Inzwischen wurde auch das Veterinäramt des Rhein-Kreises Neuss eingeschaltet, um eine Obduktion der toten Hunde durchzuführen. "Allerdings haben die Hundehalter von dem Angebot noch keinen Gebrauch gemacht. Sie wollen die Tiere lieber privat obduzieren lassen", so Kreissprecher Harald Vieten. Bei einer tierärztlichen Obduktion wäre die Todesursache innerhalb eines Tages ermittelt.

Als sicher gilt bislang, dass mehrere Tiere im Umfeld des Neubaugebiets an der Kamillenstraße von herumliegenden Düngemittelresten gefressen haben und erkrankten. Das pflanzliche Mittel wurde Mitte vergangener Woche von einer Heinsberger Firma im Auftrag der Technischen Betriebe Dormagen (TBD) auf einem Gehölzstreifen gestreut.

"Es handelt sich um ein zugelassenes Mittel, das aus Rizinusschrot besteht", sagt TBD-Leiter Gottfried Koch. Nun müsse dringend geklärt werden, ob der Dünger ordnungsgemäß hergestellt und sachgemäß verstreut wurde. Denn bei dieser Maßnahme sollte für Tier und Mensch keine Gefahr bestehen.

Vor allem, wenn der Rizinusschrot bei der Herstellung auf über 100 Grad Celsius erhitzt wurde. Einer der Arbeiter soll Anwohnern gegenüber zugegeben haben, dass ein Sack des Düngemittels geplatzt und ein kleiner Haufen unverstreut liegengeblieben war.

Schwere Vorwürfe gegen die Stadt erhebt Frank Gerstenberg. Der 46-Jährige ist einer der Halter, deren Tier verendete. "Die Stadt hat die Gefahr einfach nicht beachtet." Bereits seit Mittwoch hätten sich Vergiftungserscheinungen gehäuft. Er selbst habe mit Nachbarn am Wochenende ein Warnschild angebracht. Eine Anwältin klärt nun die Möglichkeiten der Hundehalter.

Rizinusschrot ist ein rein pflanzlicher, organischer Dünger. Er sollte jedoch, so einschlägige Warnhinweise im Internet, nicht auf Flächen verteilt werden, zu denen Kinder oder Tiere Zutritt haben, da er zu Reizungen führen und bei Verzehr zu Vergiftungserscheinungen führen kann - das Düngemittel wurde auch am Zugang zum Spielplatz an der Kamillenstraße verstreut.

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