Kunststoffmesse: Bayer Material Science (BMS) und Lanxess zeigen noch bis Mittwoch, welche Neuheiten es in der Kunststoffverarbeitung gibt.

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Hoffnung für Reha-Patienten: Eckard Foltin (BMS, r.) erläutert die Wirkweise des Hybrid Assistive Limb, der menschliche Bewegungsimpulse aufnimmt und Reha-Patienten schneller wieder mobil machen kann.

Hoffnung für Reha-Patienten: Eckard Foltin (BMS, r.) erläutert die Wirkweise des Hybrid Assistive Limb, der menschliche Bewegungsimpulse aufnimmt und Reha-Patienten schneller wieder mobil machen kann.

Gräfe

Hoffnung für Reha-Patienten: Eckard Foltin (BMS, r.) erläutert die Wirkweise des Hybrid Assistive Limb, der menschliche Bewegungsimpulse aufnimmt und Reha-Patienten schneller wieder mobil machen kann.

Dormagen. Keines der Produkte, die im Chempark hergestellt werden, kann der Verbraucher einfach so im Laden erwerben, und doch begegnet man ihnen im Alltag überall. Auf der K 2010, der weltweit größten Messe und wichtigen Plattform für Kunststoff- und Kautschukhersteller, zeigen Bayer Material Science (BMS) und Lanxess am Mittwoch letztmalig ihre neuesten Anwendungen und geben einen Vorgeschmack auf die technologischen Möglichkeiten der Zukunft.

Den "Hybrid Assistive Limb" etwa, eine Art Roboter-Anzug, der die Bewegungsimpulse verstärkt und so Patienten in der Rehabilitation helfen kann, schneller wieder mobil zu werden. An fünf Touch-Screens erwarten die Besucher zudem zirka 80 Anwendungen zu den, so Eckard Foltin, Leiter des BMS-Kreativcenters, "fünf Megatrends der Zukunft: Leben, Mobilität, Klima, Gesundheit und Technologie".

Im Bayer-Konzern, aber auch bei vielen anderen Ausstellern ist das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus gerückt: BMS etwa hat einen Arbeitsschuh entwickelt, dessen Sohle bis zu 70 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Knapp ein Drittel der BMS-Produktion findet an den Rhein-Standorten Uerdingen, Dormagen und Leverkusen statt. Alle drei bilden seit Mitte des Jahres den Standortverbund NRW. "Wir können dadurch Synergien in den Bereichen Logistik, Instandhaltung und Einkauf nutzen", sagt Standort-Verbundleiter Klaus Jaeger. "In dieser Gemeinschaft bleibt Dormagen eine entscheidende Säule."

Neue Ideen werden im Kautschuk-Labor entwickelt

Weil ein ganzes Windrad unmöglich in die Ausstellungshalle gepasst hätte, erläutert Dirk Schäfer, Spezialist für Technical Rubber Products bei Lanxess, die Vorzüge des Hochleistungs-Kautschuks Levapren, der zur Kabelummantelung in Windkraftanlagen genutzt wird, anhand eines armdicken Kabelstrangs. Levapren wird in Dormagen produziert, und dort im Werk steht auch "das Kunststoffgehirn von Lanxess", sagt Lanxess-Sprecher Frank Grodzki. Er meint damit das Kautschuk-Labor, in dem neue Polymerformulierungen entwickelt werden.

Ein Zukunftsthema für den weltweit größten Rohstofflieferanten für die Reifenindustrie sind dort auch "grüne" Reifen, die durch niedrigen Rollwiderstand den Spritverbrauch deutlich verringern sollen. Mit Leichtigkeit und somit ebenfalls als Spritsparer punkten die von Lanxess entwickelten Organobleche, auf der Messe präsentiert anhand der Reserveradmulde des neuen Audi A8. In einem patentierten Verfahren werden Kunststoff und Metall "verheiratet". "Das Organoblech ist bis zu 25 Prozent leichter als Aluminium", beschreibt Hartwig Meier, Leiter Produkt- und Anwendungsentwicklung Semi-Crystalline Products, den Vorteil für die Automobilindustrie.

"Geboren" werden solch innovative Ideen und Produkte auch in Dormagen, wo das Lanxess-Entwicklungszentrum steht. Was später vielleicht Serienreife erreicht, wird dort in geringer Stückzahl auf universell einsetzbaren Spritzgussmaschinen testweise produziert.

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