Unternehmen und Vereine wollen sich verstärkt für Familienfreundlichkeit einsetzen.

An der Gründungsversammlung nahmen mehr als 70 Vertreter von Firmen, Vereine und Institutionen im Bürgerhaus Horrem teil.
An der Gründungsversammlung nahmen mehr als 70 Vertreter von Firmen, Vereine und Institutionen im Bürgerhaus Horrem teil.

An der Gründungsversammlung nahmen mehr als 70 Vertreter von Firmen, Vereine und Institutionen im Bürgerhaus Horrem teil.

Marc Ingel

An der Gründungsversammlung nahmen mehr als 70 Vertreter von Firmen, Vereine und Institutionen im Bürgerhaus Horrem teil.

Dormagen. Mehr als 70 Firmen, Vereine, Institutionen und Privatbürger stehen in Dormagen jetzt mit ihrem guten Namen für Familienfreundlichkeit ein. Sie unterzeichneten eine Bündniserklärung und wollen sich gegenseitig dabei unterstützen, die Rahmenbedingungen für Familien weiter zu verbessern.

"Unser Ziel einer breiten gesellschaftlichen Beteiligung haben wir damit klar erreicht", freute sich Thomas Merbeck von der "Initiative Dormagen". Mit der Stadt hatte der Verein zur Gründung eines lokalen "Bündnisses für Familie" aufgerufen. Auch zahlreiche Schulen, Kindertagesstätten und Vertreter der kirchlichen Organisationen schlossen sich bei der Auftaktveranstaltung im Bürgerhaus Horrem dieser Initiative an.

"Das Bündnis für Familie ist eine große Chance für Dormagen", hatte der städtische Beigeordnete Ulrich Cyprian zuvor in seiner Eröffnungsansprache deutlich gemacht. Es gehe um die Zukunftsfähigkeit der Stadt insgesamt, aber auch um die Zukunft vieler Firmen, Vereine, sämtlicher Einrichtungen und Institutionen, die Dormagen lebens- und liebenswert machten. "Familienfreundlichkeit geht uns heute allein schon wegen der demografischen Entwicklung alle an", so Cyprian.

Die Stadt habe auf diesem Gebiet bereits viel erreicht. Das machte Uwe Sandvoss vom Jugendamt in einem Vortrag über das bundesweit anerkannte "Dormagener Modell" deutlich. Jüngste Entscheidung: Der Stadtrat wird in diesem Jahr die Kindergartenbeiträge senken, um damit Familien deutlich zu entlasten. "Jeder, der sich Kinder wünscht, soll dafür bei uns optimale Voraussetzungen vorfinden", sagte Cyprian.

Wie wichtig Familienfreundlichkeit ist, um einem sich heute schon abzeichnenden Fachkräftemangel in der Wirtschaft zu begegnen, hob Chempark-Leiter Walter Leidinger in seiner Ansprache hervor. Das vorhandene Förderkonzept bei der Firma Currenta erläuterte Personalchefin Margret Bals-Willnauer.

Bundesweit haben sich bereits mehr als 530 Bündnisse für Familien gegründet, die weit über 5000 Projekte in ihren Städten initiiert haben. Jürgen Hirschauer vom zuständigen Servicebüro im Auftrag des Bundesfamilienministeriums nannte dafür beeindruckende Beispiele wie Elterntaxis, Familienpatenschaften oder das Berliner Projekt "Der bewegte Spielplatz" - eine Gemeinschaftsinitiative mit Sportvereinen. "Familienfreundlichkeit schließt alle Generationen ein. Dazu gehört beispielsweise auch die Unterstützung von pflegenden Angehörigen, die sich um ihre Eltern kümmern", erläuterte Hirschauer.

Nach den einführenden Vorträgen bildete sich eine lange Schlange bei der Unterzeichnung der Bündniserklärung. Das erste Arbeitstreffen der Bündnispartner findet am Dienstag, 28. April, um 19.30 Uhr voraussichtlich in der Tourist-Information in Zons statt. Nähere Auskunft zu dem Bündnis gibt die städtische Gleichstellungsbeauftragte Kerstin Belitz, 2 02133/257-358.

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