Die Verwaltung hat ein Nahversorgungskonzept erstellen lassen.

Dormagen. "Wir haben die Nachfragesituation der Stadt analysiert", sagte Stephan Köhler, Diplom-Geograph von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA), am Mittwochabend in der Kulle. Nur wenige Dormagener waren dorthin gekommen, um sich über den Entwurf eines neuen Einzelhandels- sowie eines Nahversorgungskonzeptes zu informieren.

Eines der Ergebnisse: Auf etwa 80 000 Quadratmeter bietet der Einzelhandel seine Waren an. 77 Prozent der Kaufkraft bleiben in Dormagen, "die restlichen 23 Prozent werden in anderen Städten ausgegeben", so Köhler. Mit den Daten ist ein Konzept erarbeitet worden - mit dem Ziel, die jeweiligen Branchen sowie Einzelhandel, Fachgeschäfte, Frischemärkte, Discounter dort anzusiedeln, wo sie sinnvoll sind und sich nicht unnötig gegenseitig Konkurrenz machen. So sei es generell wenig sinnvoll, großflächige Discounter-Märkte im Stadtzentrum anzusiedeln.

"Dorthin gehen die meisten Leute, um etwas zu erleben, um Dinge wie Kleidung oder Schmuck einzukaufen", sagte Susanne Marenberg, Leiterin des Bereichs Städtebau. Andererseits bemühe man sich um den Ausschluss von Einzelhandel aus Gewerbegebieten, um eine Konkurrenzsituation mit dem Stadtzentrum zu vermeiden. "Schließlich wollen wir ja die Zentren schützen", erklärte Köhler.

Laut der Studie ist vor allem für die Bürger in Horrem, Hackenbroich, Nievenheim und der Innenstadt die Nahversorgung mit Lebensmitteln sehr gut. Laut Köhler gibt es in den Stadtteilen Delhoven, Delrath, Gohr, Rheinfeld und Straberg Nachholbedarf.

"In Delrath haben wir einen Markt, der zu klein ist", sagte er. In Delhoven könnte die Versorgungssituation durch die Ansiedlung eines zusätzlichen Lebensmittelmarktes verbessert werden: Einen Platz dafür gibt es laut den Entwürfen am nördlichen Rand des Stadtteils. Doch fehlt bisher ein Interessent. Einen solchen gibt es jedoch für den Osten Nievenheims. Für einen Standort an der Bismarckstraße besteht eine positiv beantwortete Bauvoranfrage für die Ansiedlung eines Lebensmittelanbieters. Geplante Größe: etwa 900 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Zudem soll im geplanten Fachmarktzentrum in der Innenstadt ein Markt mit Vollsortiment entstehen, in Horrem ist im Rahmen der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes ein Lebensmittel-Discounter geplant. "Ich weiß nicht, ob es optisch so schön ist, wenn Zugreisende als Entree in Dormagen ein großer Supermarkt erwartet", äußerte sich ein Zuhörer kritisch. Eine Frau aus dem Publikum sagte gar: "Dormagen verkommt zur Stadt der Discounter, Frischemärkte und Ein-Euro-Läden."

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