In Dormagen formiert sich ein „Bündnis gegen Rassismus“. Geplant sind Aktionen gegen die Demo von pro NRW.

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Mit stillem Protest wollte man in Dormagen der Demonstration der aus "pro Köln" hervorgegangenen Initiative "pro NRW" entgegenwirken. Doch jetzt wollen einige doch demonstrieren.

Mit stillem Protest wollte man in Dormagen der Demonstration der aus "pro Köln" hervorgegangenen Initiative "pro NRW" entgegenwirken. Doch jetzt wollen einige doch demonstrieren.

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Mit stillem Protest wollte man in Dormagen der Demonstration der aus "pro Köln" hervorgegangenen Initiative "pro NRW" entgegenwirken. Doch jetzt wollen einige doch demonstrieren.

Dormagen. Die "leere Stadt" schien als Konzept gegen die Demonstration von pro NRW am 8. Mai beschlossene Sache. In der Politik und Verwaltung hatte man sich mit der Werbegemeinschaft, den Kaufhäusern und der SVGD darauf verständigt.

Geschäfte und Gaststätten sollten an diesem Freitag ab 16 Uhr schließen, ebenso die Parkhäuser und die Stadtverwaltung. Ziel sei es, den Rechten die Aufmerksamkeit zu verweigern. Möglichst wenig Publikum sollten sie bekommen. "Kein Forum, keine Botschaft", lautet das Ziel.

Gegendemonstration stört das Konzept der "leeren Stadt"

Allerdings gibt es nun einen Antrag auf eine Gegendemonstration an diesem Tag. Gestellt wurde er von den Initiatoren eines "Dormagener Bündnisses gegen Rassismus". Das existiert zurzeit noch gar nicht: Am 26. März will sich das Bündnis offiziell gründen. Wer sich engagieren will: Treffpunkt ist das Bürgerhaus Horrem ab 19.30 Uhr.

Allerdings sorgt seine Erklärung und die Absicht, am 8. Mai eine Gegendemo abzuhalten, für Unklarheiten. So sieht die CDU dadurch das Konzept der "leeren Stadt" gefährdet und möchte daher die Bündnis-Iniatoren von der Idee einer Gegendemonstration in der Innenstadt abbringen. Es gebe eine breite Übereinstimmung in der Stadt, den Rechten die Aufmerksamkeit zu verweigern.

Eine Gegendemonstration stelle eine empfindliche Störung dar, sagt Peter-Olaf Hoffmann, der Bürgermeister-Kandidat der CDU. Zudem kritisiert seine Fraktion, dass die Erklärung des Bündnisses sich hauptsächlich gegen Rechtsextremismus richte. Man könne nicht "ein Auge schließen und mit dem anderen blinzeln", fordert Hoffmann.

Sein Gegenkandidat der SPD, Gerd Trzeszkowski, hält die antirechtslastige Erklärung des Bündnisses für gerechtfertigt: "Momentan ist das rechte Problem aktueller als das linksextreme." Man stelle sich mit dem Bündnis aber generell gegen beide.

Den Befürchtungen der CDU, man würde mit einer Gegendemonstration das Konzept "Leere Stadt" gefährden, entgegnet Trzeszkowski: Man habe zwar eine Gegendemonstration angemeldet, sich aber noch nicht auf einen Ort festgelegt.

"Die Idee der leeren Stadt finde ich nach wie vor gut", bezieht der Bürgermeisterkandidat eindeutig Position. Vermutlich werde man an einem anderen Ort denjenigen ein Forum bieten, die am 8. Mai unter demokratischen Vorzeichen zusammenkommen wollen.

Das Fernhalten von der Innenstadt fordert auch die CDU: "Das Potenzial der Gewaltbereitschaft kann sich nur entzünden, wenn ein Gegner sichtbar ist", so Hoffmann.

Über die Gestaltung dieser Gegenveranstaltung seien noch weitere Gespräche nötig, die man auch parteiübergreifend führen werde.

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