In wenigen Tagen wird die vorläufige Sicherung in Stürzelberg abgeschlossen. Die Sanierung kostet bislang 480.000 Euro.

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Handwerker arbeiten mit Hochdruck an der Sanierung.

Handwerker arbeiten mit Hochdruck an der Sanierung.

Deichverband

Handwerker arbeiten mit Hochdruck an der Sanierung.

Dormagen. Die fehlende Spundwand am Deich wurde vor zwei Wochen ergänzt, momentan wird noch die Spezialfolie angebracht, die den Mauerkopf abdichten soll. Eigentlich sollten die Sicherungsarbeiten am 31. Oktober beendet sein, doch nun werden sie erst in wenigen Tagen abgeschlossen.

Trotzdem ist der Deich in Stürzelberg damit noch lange nicht fertig: Der Aufwand für eine dauerhafte Sanierung muss in den nächsten Monaten noch ermittelt werden, Kosten und Dauer dafür sind noch nicht abzusehen.

Fest steht: Die Kosten für die jetzigen Sicherungsmaßnahmen liegen voraussichtlich bei 480.000 Euro. Daher könnte es sein, dass die 4800 Mitglieder des Deichverbands Dormagen-Zons mit jeweils etwa 100 Euro zur Kasse gebeten werden - wenn es dem Verband nicht gelingt, die Kosten bei den am Bau des Deichs beteiligten Baufirmen einzuklagen.

"Die Verantwortung liegt bei den Firmen, aber der Deichverband muss sich kümmern", sagt Elke Bartels, Leiterin der Umweltabteilung der Bezirksregierung. Die Bezirksregierung könne die Sanierung nicht finanzieren, da das Geld für den Bau einer Hochwasserschutzanlage bereits ausgegeben wurde.

"Der Hochwasserschutz in Stürzelberg ist gewährleistet"

Zur Erinnerung: Der Deich wurde als Kombination aus Hochwasserschutzmauer, Glaswänden und mobilen Hochwasserschutzelementen 1998 und 1999 errichtet - vor allem, weil die Anwohner einen unverbauten Blick auf den Rhein wünschten. "Diese Kombination ist sehr selten", berichtet Bartels.

Mängel sind seit langem bekannt. 2004 wurden optische Fehler festgestellt. Seit 2005 betreibt der Deichverband ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren beim Landgericht Düsseldorf, das den Umfang der Schäden ermitteln soll. Doch dies ist bis heute nicht abgeschlossen.

Im Januar dieses Jahres entdeckte dann ein Mitglied des Deichverbands, dass es im Bereich der Unterstraße Rissbildungen im Mauerwerk gab - der Deich musste gesichert werden. Baumängel könnten laut Bartels auch in einer fehlerhaften Kombination des Deichs entstanden sein, dies werde momentan geprüft.

Bartels beruhigt die Anwohner: "Der Hochwasserschutz in Stürzelberg ist gewährleistet." Falls in der Hochwasserperiode bis Ende März 2010 der Pegel steige, würden weitere Maßnahmen im Rahmen eines Sondereinsatzplans ergriffen. Dann würden etwa Sandsäcke aufgeschichtet. Mit den jetzt ergriffenen Maßnahmen sei der Schutz aber vorerst ausreichend.

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