Alke Reeh zeigt in der Alten Post, dass Formen und Ornamente eine universelle Sprache sprechen.

Künstlerin Alke Reeh zeigt ihre Arbeiten bis Mitte April im Kulturforum Alte Post.
Künstlerin Alke Reeh zeigt ihre Arbeiten bis Mitte April im Kulturforum Alte Post.

Künstlerin Alke Reeh zeigt ihre Arbeiten bis Mitte April im Kulturforum Alte Post.

Marc Ingel

Künstlerin Alke Reeh zeigt ihre Arbeiten bis Mitte April im Kulturforum Alte Post.

Neuss. Das Reisen in ferne Länder ist ein zentraler Teil der Kunst von Künstlerin Alke Reeh, die ihre Arbeiten seit gestern im Kulturforum Alte Post zeigt. Sie betrachtet die Welt aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln und genau das findet sich in ihrer Arbeit wieder.

Das Bild einer Moschee-Kuppelhöhle mit der typischen Ornamentik hat sie beispielsweise mit einer filigranen Häkelarbeit überzogen. So wird die verblüffende Ähnlichkeit mit einem Spitzendeckchen aus dem Biedermeier sichtbar. Reeh macht deutlich, dass Formen und Ornamente eine universelle Sprache sprechen und dass letztlich nur der Kontext in dem sie auftauchen, ihre Bedeutung schafft. So macht der Blick in eine Tasse deutlich, dass sie auch nichts anderes ist als eine kleine Kuppel. Die Perspektive entscheidet über die Funktion als Gefäß oder Dach.

Die Kuppel ist eine Form, die sich häufig in den Arbeiten von Alke Reeh findet. So hat sie aus vielen verschiedenen Stoffstücken große Decken genäht und dabei ebenso geschickt mit Faltungen gespielt wie die Erbauer der großen Sakralgewölbe.

Form, Farbe, Licht und Schatten gehen bei den textilen Gebilden im Durchmesser von drei bis vier Metern ein genau durchdachtes Zusammenspiel ein.

Die 1960 in München geborene Alke Reeh absolvierte zunächst ein Studium der Metallgestaltung bevor sie an die Düsseldorfer Kunstkademie in die Klasse von Professor Klaus Rinke wechselte. Die „Analyse von Formen“ ist allerdings eine Aufgabe, der sie sich schon seit langem widmet. So auch mit ihrem fotografischen Werk, der Serie „Einblicke – Ausblicke“. Hier hat sie Innen- und Außenarchitektur fotografiert und mit ornamentalen sowie floralen Mustern bestickt. So werden die Ansichten wie durch einen Vorhang oder eine Gardine gesehen, quasi aus einem Raum heraus. Sie spielt mit Begriffen wie drinnen und draußen, lässt das aufgestickte Gittermuster mit einem fotografierten Ladengitter korrespondieren und erreicht so eine besondere Wahrnehmung.

» Die Ausstellung „So oder So“ endet am 10. April. Zur Schau erscheint ein Katalog und eine Edition. Am 7. April, 20 Uhr, gibt es ein Werkgespräch mit Alke Reeh.

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