Die Kreuzung Berliner Platz/Further Straße ist der einzige als Unfallhäufungsstelle geführte Bereich in Neuss. Mehrere kleine Maßnahmen zeigen Besserungen.

Die Kreuzung Berliner Platz/Further Straße (L 44) in der Nordstadt ist die einzige sogenannte Unfallhäufungsstelle in der Stadt. Rund 20 000 Autos fahren dort täglich entlang.
Die Kreuzung Berliner Platz/Further Straße (L 44) in der Nordstadt ist die einzige sogenannte Unfallhäufungsstelle in der Stadt. Rund 20 000 Autos fahren dort täglich entlang.

Die Kreuzung Berliner Platz/Further Straße (L 44) in der Nordstadt ist die einzige sogenannte Unfallhäufungsstelle in der Stadt. Rund 20 000 Autos fahren dort täglich entlang.

Anja Tinter

Die Kreuzung Berliner Platz/Further Straße (L 44) in der Nordstadt ist die einzige sogenannte Unfallhäufungsstelle in der Stadt. Rund 20 000 Autos fahren dort täglich entlang.

Nordstadt. Als die Ampel auf grün springt, gibt der Fahrer des Kleinwagens schnell Gas. Mit jeder Menge Zutrauen in die Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer huscht der Linksabbieger am Berliner Platz in die Further Straße (L 44) – und nimmt einem ihm entgegenkommenden Lkw-Fahrer die Vorfahrt. Das Manöver geht noch mal gut, auch weil der Lkw-Fahrer gestern Mittag vorsichtshalber abbremst.

Die Szene belegt: Allein mit Maßnahmen zur Verkehrssicherheit bekommen die Planer eine Problem-Kreuzung nicht in den Griff – und die Ecke Berliner Platz/Further Straße ist eine solche. Sie ist der einzige von Polizei und Verkehrsplanern als sogenannte Unfallhäufungsstelle geführte Bereich in Neuss. „Wir hoffen aber, dass wir sie im kommenden Jahr aus der Liste herausnehmen können“, sagt Norbert Jurczyk, stellvertretender Leiter des Amts für Verkehrsangelegenheiten: „Schon jetzt wird sie dort nur noch zur Beobachtung geführt.“

Aus gutem Grund: Immer wieder kam es an der Kreuzung in der Vergangenheit zu Unfällen. 2012 wurde sie in die Liste der Unfallhäufungsstellen aufgenommen, 2013 krachte es dort achtmal, 2014 sechsmal. Die Mitglieder der Unfallkommission haben sich die Kreuzung in den vergangenen Jahren mehrfach angeschaut – und mit verschiedenen Maßnahmen gegengesteuert.

„Wir hatten es mit einem diffusen Unfallbild zu tun“, sagt Jurczyk. Mal waren Radfahrer beteiligt, mal lediglich Autos, mal geschahen die Unfälle beim Rechts- und mal beim Linksabbiegen. Betroffen waren alle Fahrtrichtungen. Ein klares Bild ließ sich nicht ableiten.

Die Zahl der Unfälle ging zurück

In solchen Fällen ist es nicht leicht, eine schnelle Lösung zu finden. „Wir haben uns für eine Summe kleinerer Maßnahmen entschieden, um die Situation in den Griff zu kriegen“, erklärt Jurczyk. Die Verkehrsplaner zogen eine Haltelinie etwas zurück, um die Sicht für Abbieger zu verbessern. Damit einhergehend musste die Ampelschaltung modifiziert werden, und Markierungen wurden sichtbarer gestaltet. Das Maßnahmen-Bündel hat offenbar gefruchtet. Die Zeiten, in denen es an der mit rund 20 000 Fahrzeugen täglich stark befahrenen Kreuzung regelmäßig krachte, scheinen vorbei.

Der Vermerk als Unfallhäufungsstelle könnte daher bald Geschichte sein. Als solche wird eine Kreuzung zum Beispiel dann eingestuft, wenn sich innerhalb eines Jahres „drei Verkehrsunfälle gleichen Grundtyps“ – beispielsweise beim Abbiegen – mit Verletzten ereignen. Das war bei der Kreuzung Berliner Platz/Further Straße zuletzt nicht mehr der Fall. „Im vergangenen Jahr gab es dort zwei Unfälle mit Leichtverletzten“, erklärt Hartmut Batz, Sprecher der Kreispolizei. Auch 2015 waren es zwei Unfälle.

Nicht alle Zusammenstöße lassen sich durch Maßnahmen zur Verkehrssicherung verhindern. Auch wenn es gestern nicht knallte, ist der Kleinwagenfahrer, der einem Lkw die Vorfahrt nahm, um als Erster über die Kreuzung zu kommen, ein mahnendes Beispiel. Denn das beste Mittel gegen Unfälle ist immer noch, sich an die Verkehrsregeln zu halten.

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