Die Figur war für eine Ausstellung sieben Monate lang in Duisburg. Jetzt ist sie wieder in St. Pankratius. Zur Begrüßung gab es einen Gottesdienst mit Reiner Kissels.

Auf Augenhöhe mit der Figur des Salvators, des Retters der Welt: Sie wurde mit einem Wortgottesdienst in St. Pankratius begrüßt.
Auf Augenhöhe mit der Figur des Salvators, des Retters der Welt: Sie wurde mit einem Wortgottesdienst in St. Pankratius begrüßt.

Auf Augenhöhe mit der Figur des Salvators, des Retters der Welt: Sie wurde mit einem Wortgottesdienst in St. Pankratius begrüßt.

Anja Tinter

Auf Augenhöhe mit der Figur des Salvators, des Retters der Welt: Sie wurde mit einem Wortgottesdienst in St. Pankratius begrüßt.

Nievenheim. Die Erleichterung war Reiner Kissels anzumerken: „Wir sind sehr froh, unseren Salvator wieder unversehrt zurück zu haben“, sagte der Nievenheimer Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. Denn seit Freitagmorgen ist die Figur des Erlösers und Retters der Welt wieder in der katholischen Pfarrkirche St. Pankratius zu sehen. Sieben Monate lang war sie seit dem 8. Juni nach Duisburg ausgeliehen – direkt nach der Salvator-Oktav, in der jedes Jahr zahlreiche Pilger aus Nah und Fern zu ihm wallfahrten, um sich unter den Schutz des Auferstandenen zu stellen: „Er hält das All in seiner Linken und hat seine Rechte zum Segen für die gesamte Schöpfung erhoben“, so Kissels.

„Wir haben den Salvator in Duisburg besucht, wo er auch ein Symbol der Ökumene ist, und hatten die Gewissheit, dass er dort gut behütet wird.“

Reiner Kissels, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates

In Duisburg war der Nievenheimer Salvator Mundi – Christus als Erlöser der Welt – Mittelpunkt der Ausstellung „Die ganze Welt in Gottes Hand“, die zum 700-Jährigen der Evangelischen Salvatorkirche im Kultur- und Stadthistorischen Museum gezeigt wurde. Denn die frühgotische Skulptur war 1556 im Zuge der Reformation aus der Duisburger Salvatorkirche entfernt worden. Ein katholischer Duisburger Bauer soll sie vom Speicher der Kirche gerettet und auf Umwegen über Uedesheim nach Nievenheim gebracht haben, wodurch sie vor der Zerstörung bewahrt wurde.

Die Salvator-Figur hatte Duisburger Begleitung: „Wir bringen ihn nach Hause“, sagte Restauratorin Lydia Stark vom Kultur- und Stadthistorischen Museum in Duisburg. Auch Gisela Luther-Zimmer, die Kuratorin der Ausstellung, begleitete die Facharbeiter bei der Heimreise. „Es war etwas ganz Besonderes, den Salvator so lange in Duisburg behalten zu dürfen“, zeigte sie sich erfreut über die lange Ausleihdauer des „Ausgangspunktes der Ausstellung“. Auch wenn die Kuratorin meinte: „Ich gebe ihn schweren Herzens wieder ab“, so weiß sie ihn jetzt wieder in Nievenheim „in den allerbesten Händen“.

Dieses Kompliment gab Kissels, der den Wortgottesdienst zur Begrüßung der zurückgekehrten Salvator-Figur leitete, gern zurück: „Wir haben den Salvator in Duisburg besucht, wo er auch ein Symbol der Ökumene ist, und hatten die gewissheit, dass er dort gut behütet wird.“ In der Abwesenheit der Statue lag die Pestkrone auf dem Platz, an dem die Figur normalerweise auf dem Altar steht – „eine gute Erinnerung, die die Vorfreude auf das Wiedersehen steigerte, aber die Leerstelle nicht ganz ausfüllen konnte“, sagte Kissels, der die Besucher des Wiedersehen-Wortgottesdienstes darauf aufmerksam machte, dass sie der vor dem Altar aufgestellten Figur „einmal auf Augenhöhe begegnen“ könnten. Anschließend wurde die Figur wieder zum Mittelpunkt der Kirche, erhielt wieder die Pestkrone und wurde fest über dem Altar verankert.

„Genau um 10.31 Uhr hat der Salvator wieder Nievenheimer Boden betreten“, sagte Brudermeister Detlef Spitzenberg: „Gott sei Dank ist er wieder zu Hause, er hat uns sehr gefehlt!“ Die frühgotische Figur hat im Laufe der Zeit Risse, Übermalungen und andere Blessuren davongetragen. „Vielleicht können wir sie – in Absprache mit Pfarrer Klaus Koltermann – restaurieren lassen“, meint Spitzenberg. Er hofft, dass sich die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft mit einem ansehnlichen Beitrag an den Kosten beteiligen würde.

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