Neuss. Mit einer auf städtischer Ebene ungewöhnlichen Maßnahme will Neuss den Entwicklungen des demografischen Wandels begegnen. Gestern beschloss der Hauptausschuss die Vorbereitung zur Einsetzung einer Enquêtekommission, die ein Handlungskonzept Demografie erarbeiten soll.

Aus der sich ändernden Bevölkertungsstruktur („weniger, älter, bunter“, so Bürgermeister Herbert Napp) ergeben sich Anforderungen an Verwaltung und Politik; auch unpopuläre Entscheidungen werden gefragt sein.

In der Kommission sollen anders als beim üblichen Verfahren der Kommunalpolitik Stadtverordnete und Verwaltung unter der Moderation des früheren Beigeordneten Wilfried Kruse gemeinsam die Probleme etwa im Jugend- und Sozialbereich oder der Weiterbildung benennen und Lösungen entwickeln.

Bürgermeister Napp nannte gestern ein simples Beispiel: So werde sich das Freizeitverhalten, auch und gerade im Sport, verändern, damit die Nachfrage, das erfordere einen Umbau der Angebote. „Eins steht fest: ,Sowohl – als auch’ geht nicht. Wir können nicht alles Bestehende erhalten und dann draufsatteln“, sagt Napp.

Wilfried Kruse, dem Napp einen „ideologiefreien Ruf“ bescheinigte, sieht in der Kommissionsarbeit, die zunächst auf ein Jahr angelegt ist, eine „hochspannende Aufgabe“. uda

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