Noch in diesem Jahr will das Unternehmen im Chempark eine neue Anlage in Betrieb nehmen und dadurch die Kapazitäten seiner Folienproduktion erhöhen. Die Investition kostet 20 Millionen Euro.

Dormagen. Der Chempark-Standort Dormagen wird ab der zweiten Jahreshälfte 2017 weiter an Bedeutung gewinnen – und zwar weltweit. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Covestro, der Nachfolger von Bayer MaterialScience, den Bau einer neuen „Coextrusionsanlage“ zur Produktion von hochwertigen, flachen Folien mit mehreren Schichten angekündigt. Die 20-Millionen-Euro-Investition ist inzwischen auf der Bahn. „Der Bau der Anlage läuft in allen Aspekten nach Plan, wir erwarten die Inbetriebnahme im Laufe dieses Jahres“, berichtete Covestro-Sprecher Frank Rothbarth gestern auf Anfrage. Und präzisierte: Der Startschuss werde voraussichtlich im dritten Quartal fallen.

Bei der Coextrusion werden gleichartige oder fremdartige Kunststoffschmelzen zusammengeführt. Die Entwicklung der Covestro-Folien-Herstellung in Europa wird von drei sogenannten Kompetenzzentren gesteuert. Dormagen ist eines davon, die anderen befinden sich im nahegelegenen Leverkusen sowie in Bomlitz in Norddeutschland. Das Zentrum im hiesigen Chempark ist auf Polycarbonat-Flachfolien spezialisiert. Es verfügt nicht nur über Produktionsanlagen und ein Technikum für die Folienverarbeitung, sondern auch über einen Showroom und zwei noch relativ neue Forschungslabore.

Mit der Errichtung der neuen Anlage entstehen 15 Arbeitsplätze

Mit der Errichtung der Coextrusionsanlage entstehen 15 neue Arbeitsplätze. Die in Dormagen produzierten Folien werden laut Rothbarth aber nicht nur in Deutschland oder Europa, sondern global vermarktet, „hauptsächlich in Anwendungen für die Segmente Automobil, Medizintechnik und Sicherheitsdokumente“. Covestro produziert weltweit an 30 Standorten und beschäftigt Mitarbeiter in umgerechnet knapp 16 000 Vollzeitstellen.

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte das Unternehmen auf der Cartes-Fachmesse in Paris neue lasergravierbare Polycarbonatprodukte des Typs Makrofol ID Superlaser white präsentiert, die für Ausweise genutzt werden können. Dabei handelt es sich um dreilagige Folien mit einer lichtdichten, weißen Mittelschicht und zwei gleich dünnen, laserreaktiven Deckschichten. Reisepässe auf Basis dieser Folie können laut Covestro „noch kontrastreicher mittels Lasergravur mit den Daten und dem Foto des Ausweis-Inhabers gestaltet werden als bei laserreaktiven Standard-Overlay-Folien“. Zudem biete die neue Folie eine nochmals erhöhte Fälschungssicherheit.

Covestro-Folien finden sich unter anderem an modernen Armaturenbrettern von Autos, wo sie zum Beispiel für Displays eingesetzt werden. Oder zur Herstellung bedruckter, dreidimensionaler Komponenten, deren Design sowohl optisch ansprechend als auch funktional sein kann. Tachoscheiben gehören unter anderem dazu.

Die Bauindustrie verwendet die Polycarbonatfolien Makrofol und Bayfol vor allem im Innenbereich von Gebäuden. „Eine neue innovative Anwendung sind akustisch dämmende Elemente für den Innenausbau“, informiert Covestro auf seinen Internetseiten. „Eingesetzt werden dafür schwer entflammbare, antistatische und lichtbeständige Varianten der Folien“, ist dort weiter nachzulesen.

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