Alle drei Vorstellungen der „Rathauskantine“ waren ausverkauft.

Das „Weihnachtspersonal“ der Rathauskantine spielte in der Wetthalle.
Das „Weihnachtspersonal“ der Rathauskantine spielte in der Wetthalle.

Das „Weihnachtspersonal“ der Rathauskantine spielte in der Wetthalle.

Katharina Ley/TaS

Das „Weihnachtspersonal“ der Rathauskantine spielte in der Wetthalle.

Neuss. Der Spielort wurde vom Theater am Schlachthof in die Wetthalle an der Neusser Rennbahn verlegt, denn: „Wir dachten da eher pragmatisch. Die Halle bietet mehr Platz als die eigenen vier Wände und das könnten unsere Besucher ja auch mit einer Weihnachts- oder sonstigen Feier verbinden“, sagt die Geschäftsführerin des TaS, Britta Franken. Das war in der Tat eine gute Idee, denn alle drei Vorstellungen des Weihnachtsspecials der „Rathauskantine“ waren ausverkauft.

Zu essen gab es wahlweise Klassisches: Hühnerfrikassee, Schweinebraten, Frikadellen oder Kasseler. Gerichte, die in keinem betrieblich subventionierten Gourmettempel fehlen dürfen. Und so verbreitete die Location schon beim Betreten den immer wieder unübertroffenen Charme vollbesetzter Speisesäle. Das Team der „Wunderbar“ hatte gute Arbeit geleistet.

Die Protagonisten auf der Bühne sind bekannt. Mit Controllerin Simone Strack (Stefanie Otten), Hausmeister Jupp Schwaderath (Dennis Prang) sowie Stadtarchivar Alfred Sülheim (Jens Spörckmann) spielt ein Trio, das mit der Rathauskantine seit Jahren für lokale Satire und regional thematisierte Comedy sorgt.

Auch die Tour de France ist ein Thema von „Dat Rosi“

Extra aus dem Ruhrpott kam „Dat Rosi“ (Sabine Wiegand), in Neuss kein unbeschriebenes Blatt. Ehemann und Kinder treiben sie zum Wahnsinn, für Rosi aber eher ein Grund, die Glühweintemperatur auf dem Weihnachtsmarkt zu messen. Die Tour de France fährt durch Neuss, obwohl der Rat der Stadt noch nicht einmal in der Lage ist, aus der Kanalstraße, zumindest einseitig, einen Fahrradweg zu machen. Themen rund um den Kirchturm sind die Spezialität der Drei, beim überwiegend einheimischen Publikum kommt das an. „Hetze und Petze“ sind zwei absurd schaurige Charaktere, die wohl jeder aus der Nachbarschaft kennt und die all ihr Wissen scheinbar aus der kostenlos zugestellten Wochenzeitung beziehen. „Im Nordbad verbieten uns die muslimischen Flüchtlinge jetzt das Schweinefleisch! Steht da!“ Aber auch überregional wird geschaut. Populismus ist, bei näherer Betrachtung, nicht nur ein türkisches oder amerikanisches Phänomen. Das konnten und können deutsche Politiker genau so gut. Beispiele von CDU/CSU den Grünen, der SPD bis hin zu FDP und AfD gibt es anschaulich. „Der hat ’ne Frisur, wo ‘ne Duschhaube drauf nich albern aussieht.“ Rosis Beschreibung des baldigen US-Präsidenten Donald Trump sorgt für Lacher, wenn „Dat Rosi“ singt, tobt der Saal.

Das Konzept für den Abend ist aufgegangen und Britta Franken kann sich die Konstellation Kabarett und Gastronomie für noch so manche Nachfolgeveranstaltung vorstellen.

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