Bis zum 15. Oktober muss das Haus leer sein, dann beginnt die Sanierung.

Clemens-Sels-Museum
Vorsicht, kostbar: Ein Werk von James Ensor wird abgehängt.

Vorsicht, kostbar: Ein Werk von James Ensor wird abgehängt.

Vorsicht, kostbar: Ein Werk von James Ensor wird abgehängt.

Carsten Graaff verpackt ein Gewehr aus dem 17. Jahrhundert. Museumschefin Uta Husmeier-Schirlitz begutachtet ein Werk von Walter Ophey vor dem Einpacken.

Marc Ingel, Bild 1 von 3

Vorsicht, kostbar: Ein Werk von James Ensor wird abgehängt.

Neuss. 300 junge Besucher kamen am Samstag zur Aktion „Kunst gehört die Nacht“ ins Clemens-Sels-Museum. Dann war Schluss. Vorerst bleibt das Museum geschlossen. In denkbar kurzer Zeit wird das Haus jetzt für die Sanierungsarbeiten vorbereitet. Für Museumschefin Uta Husmeier-Schirlitz und ihr kleines Team bedeutet das: Das Museum ist „freizumachen“. Zeit bleibt nur bis zum 15. Oktober.

Umzugskartons und Holzkisten überall. Mitarbeiter der Spedition, die die Ausschreibung für sich entschieden hat, packen ein – ein wenig anders als bei einem Wohnungsumzug. Zum Beispiel das „Astern-Stillleben“ von James Ensor, eines der ganz hochrangigen Werke der Sammlung. Zunächst wird es abgeklebt; das ist ein zusätzlicher Bruchschutz. Dann abgenommen, in ein nicht fusselndes Flies sorgsam verpackt. Schließlich verschwindet der Ensor in einer ausgekofferten Klimakiste, passgenau mit Schutzecken gesichert. 24 Stunden steht diese Kiste bereits in dem Raum – das Kisten-Klima muss dem des Bildes entsprechen. Dieses Werk ist eines der Objekte, die während der Sanierungsarbeiten extern gelagert werden.

Externe Lagerung: Klimatisiert und alarmgesichert

Clemens-Sels-Museum
Vorsicht, kostbar: Ein Werk von James Ensor wird abgehängt.

Vorsicht, kostbar: Ein Werk von James Ensor wird abgehängt.

Vorsicht, kostbar: Ein Werk von James Ensor wird abgehängt.

Carsten Graaff verpackt ein Gewehr aus dem 17. Jahrhundert. Museumschefin Uta Husmeier-Schirlitz begutachtet ein Werk von Walter Ophey vor dem Einpacken.

Marc Ingel, Bild 1 von 3

Vorsicht, kostbar: Ein Werk von James Ensor wird abgehängt.

Wo, wird nicht verraten, wie, erläutert die Museumschefin. Alarmgeschützt und klimagesichert wird die Kunst bei Spezialunternehmen gelagert, mit Barcodes auf den Kisten, damit auch wirklich klar ist, was sich wo hinter welchem Holz verbirgt. Kandidaten sind die ganz hochwertigen Gemälde, tonnenschwere römische Kapitelle, alte, anfällige Holzskulpturen oder fragile Terrakotten – ob aus konservatorischen und gewichtigen Gründen oder wegen Forderungen der Versicherung.

Überall im Haus stehen die Holzkisten, die einen eindringlichen Duft verbreiten, bereit. Die Werke sind markiert. Der grüne Zettel an Campendonks „Stehender Akt“ bedeutet: Das Bild bleibt in Neuss. So wie dieses Werk werden viele Objekte etwa im Feld-Haus in Hombroich, im Obertor oder in der Museumsbibliothek untergebracht.

„Wir wachsen über uns hinaus.“

Uta Husmeier-Schirlitz

Clemens-Sels-Museum
Vorsicht, kostbar: Ein Werk von James Ensor wird abgehängt.

Vorsicht, kostbar: Ein Werk von James Ensor wird abgehängt.

Vorsicht, kostbar: Ein Werk von James Ensor wird abgehängt.

Carsten Graaff verpackt ein Gewehr aus dem 17. Jahrhundert. Museumschefin Uta Husmeier-Schirlitz begutachtet ein Werk von Walter Ophey vor dem Einpacken.

Marc Ingel, Bild 1 von 3

Carsten Graaff verpackt ein Gewehr aus dem 17. Jahrhundert. Museumschefin Uta Husmeier-Schirlitz begutachtet ein Werk von Walter Ophey vor dem Einpacken.

Auch im Magazin wird gepackt. In teils mühsamer Kleinarbeit verschwindet zum Beispiel Porzellan in den Kisten, werden Scherben verpackt und Waffen verstaut. So wie das Gewehr Nummer D 3282, ein Stück noch aus der alten Sammlung von Clemens Sels: ein reich mit Elfenbein und Perlmutt verziertes Steinschlossgewehr aus dem frühen 17. Jahrhundert, zum Kampfeinsatz viel zu schade.

Das Clemens-Sels-Museum ist seit dem Wochenende geschlossen. Das Haus wird jetzt freigeräumt, am 15. Oktober ziehen die Handwerker ein. Auf ihrem Programm stehen unter anderem die Erneuerung von Bodenbelägen und der Beleuchtungsanlage, die Nachrüstung der Alarmanlage sowie die Ergänzung der Brandmeldeanlage sowie die Überarbeitung der Heizung. Die Sanierung soll bis Ende März 2014 beendet sein, die Brandschutzmaßnahmen werden sich bis Anfang Juli hinziehen.

Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf gut 675 000 Euro. Hinzu kommen 920 000 Euro für den Brandschutz einschließlich eines zweiten Rettungsweges – dies war schon zuvor geplant. Für die Auslagerung von Kunstwerken werden zusätzlich 184 000 Euro bereitgestellt.

Nach Abschluss der Baumaßnahmen, die mit dem Denkmalschutz abgestimmt sind, benötigt das Museum sechs Monate zur Einrichtung und Vorbereitung der Wiedereröffnung.

Zur Betrachtung dessen, was sie einpacken, bleibt den Mitarbeitern natürlich keine Zeit. Der Druck ist enorm, Uta Husmeier-Schirlitz ist an allen Stellen gleichzeitig und behält den Überblick – und die Nerven. „Das ist einwirklich tolles Team hier“, sagt sie, und: „Wir wachsen über uns hinaus.“

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