Dormagen soll laut Regionalplan acht Hektar zusätzlich für Wohnungsbau bekommen.

Dormagen soll laut Regionalplan acht Hektar zusätzlich für Wohnungsbau bekommen.
Die Bezirksregierung will für das Silbersee-Areal „hafenaffines Gewerbe“ vorsehen.. Archiv

Die Bezirksregierung will für das Silbersee-Areal „hafenaffines Gewerbe“ vorsehen.. Archiv

LH

Die Bezirksregierung will für das Silbersee-Areal „hafenaffines Gewerbe“ vorsehen.. Archiv

Dormagen. Die CDU macht Dampf und setzt auf die Unterstützung des parlamentarischen Geschäftsführers der CDU-Landtagsfraktion, Lutz Lienenkämper. Den haben die Dormagener angeschrieben und ihren Unmut über den bisherigen Stand in der Landesentwicklungs- und Regionalplanung geäußert. „Wir fürchten um die Zukunftschancen der Stadt“, sagt Fraktionsvorsitzender André Heryschek. Dabei sieht es doch für Dormagen ein wenig besser aus, weil die Bezirksregierung im Rahmen der Aufstellung des neuen Regionalplans der Stadt zusätzliche acht Hektar für Wohnungsbau zugestanden hat. Bislang waren es 13 Hektar. Aber die werden aus Sicht der CDU zu einseitig im Stadtgebiet verteilt. Hinzu kommt, dass die Bezirksregierung für das eminent wichtige Silbersee-Areal eine „Zweckbindung“ festlegen will und dort „hafenaffines Gewerbe“ sieht. Diese Art von Bevormundung lehnt die CDU strikt ab.

CDU befürchtet einen Verkehrsinfarkt in Nievenheim

Hintergrund: In der Arbeitsgruppe „In und um Düsseldorf“ wurde festgelegt, dass Düsseldorf eigene Hektar an umliegende Kommunen abtreten kann, weil die Stadt selbst die Wohnungsnachfrage aufgrund steigender Bevölkerungszahl nicht befriedigen kann. Also acht Hektar für Dormagen! „Aber nur, wenn diese in S-Bahn-Nähe entwickelt werden“, sagt Heryschek. Die Rede ist vom Areal zwischen Wittgeshof und Neusser Straße in Nievenheim. Dort befürchtet die CDU einen „Verkehrsinfarkt. Nievenheim wird überproportional viel Fläche zugestanden.“ Andere Ortsteile wie Delhoven, Delrath, Gohr oder Hackenbroich bekämen dabei kleine Chance zur Entwicklung.

Nicht so dramatisch beurteilt dies die SPD. Sie wendet sich gegen ein „Gießkannen-Prinzip“, also Wohnbauflächen wahllos über das Stadtgebiet zu verteilen, so SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt. „Es sollten ruhig in Bahnnähe Siedlungsschwerpunkte gebildet werden.“ Bei einer „Zersiedelung“ würde mehr Verkehr produziert. Schmitt fordert, den Verkehrsentwicklungsplan mit einzubeziehen.

SPD: Grundbedingung ist eine interkommunale Entwicklung

Neben dem Wohnungsbauthema ist die Berücksichtigung der gewerblichen Entwicklung im Regionalplan ein Kritikpunkt der CDU. „Wir brauchen im Bereich des Silbersees einen Branchenmix“, sagt Heryschek, „der sich in Wertschöpfungsketten der Region eingliedert.“ Hafenaffines Gewerbe sei dabei nicht ausgeschlossen, „dies darf der Stadt allerdings nicht aufoktroyiert werden“.

Die SPD weist daraufhin, dass es eine Grundbedingung sei, dass dieses Areal interkommunal entwickelt werde und von überregionaler Bedeutung sein müsse aufgrund der trimodalen Anbindung durch Hafen, Autobahnanschluss und Schiene. „Daher müssen dort Logistiker und hafenaffine Unternehmen angesiedelt werden“, so Schmitt. Dem Vorschlag der CDU, wegen der Unsicherheit in Sachen Bau des Autobahnanschlusses Delrath einen vierspurigen Ausbau der B 9 ab Wahler Berg in Erwägung zu ziehen, erteilte die SPD eine Absage: „Keinen Nebenschauplatz aufbauen“, fordert Schmitt.

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