Die Substanz, die ein Unbekannter ausgeschüttet hat, löste einen ABC-Alarm aus.

Die Substanz, die ein Unbekannter ausgeschüttet hat, löste einen ABC-Alarm aus.
Die Feuerwehrleute trugen bei ihrem Einsatz aus Sicherheitsgründen Schutzkleidung.

Die Feuerwehrleute trugen bei ihrem Einsatz aus Sicherheitsgründen Schutzkleidung.

Die Briefkastenanlage musste komplett ausgebaut werden.

Die Straße in Büttgen blieb am Samstag bis etwa 16.20 Uhr gesperrt.

Bothe, Bild 1 von 3

Die Feuerwehrleute trugen bei ihrem Einsatz aus Sicherheitsgründen Schutzkleidung.

Büttgen. 45 Feuerwehrleute der Löschzüge Kaarst und Büttgen waren letztlich am Postweg nach einem ABC-Alarm im Einsatz, weil die Bewohner eines Mehrfamilienhauses über eine stark riechende Flüssigkeit klagten, die offensichtlich in die Briefkästen geschüttet worden war, wie der Einsatzleiter von der Feuerwehr Kaarst, Christoph Johnen, sagte. Ein Trupp unter Atemschutz und im Chemieschutzanzug entnahm Proben, zudem stellte die Feuerwehr fest, dass die Substanz nicht nur im Eingangsbereich und der Briefkastenanlage, sondern zusätzlich im Treppenraum verteilt wurde.

Wer die Flüssigkeit – nach Einschätzung der Feuerwehr war es mindestens ein Liter – in die Briefkästen und anderes geschüttet hat, ist nach wie vor nicht bekannt. Laut Polizei, die in der Sache noch ermittelt, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um Buttersäure handelt. Einsatzkräfte hatten einen üblen „Scherz“ nicht ausgeschlossen.

Die Bewohner klagten über Übelkeit

Die Besatzung von drei Rettungs- und einem Notarztwagen kümmerte sich um acht Hausbewohner, die als Folge der Säureattacke über Übelkeit klagten. Insgesamt befanden sich 13 Menschen in dem Mehrfamilienhaus. Verletzungen wurden jedoch nicht festgestellt, Betroffene klagten aber über Augenreizungen und Atembeschwerden.

Durch die Briefkästen lief die Flüssigkeit in den Hausflur des Mehrfamilienhauses. Der ätzende Geruch breitete sich bis in die Wohnungen aus und war auch noch mehrere Stunden nach der Tat noch deutlich zu riechen. Gegen 16.20 Uhr war der Einsatz der Feuerwehr beendet, eine Straßensperre konnte aufgehoben werden, die betroffenen Menschen kehrten in ihre Wohnungen zurück.

Aber: „Wir konnten den Geruch mit unseren Mitteln nicht beseitigen“, sagte Johnen. Der Feuerwehr blieb nichts anderes übrig, als die gesamte Briefkastenanlage auszubauen und dick in Folie verpackt vor dem Haus zu lagern. Später rückten Handwerker an, um das so entstandene Loch im Hausflur provisorisch zu schließen.

Die Hausverwaltung, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, beauftragte zudem ein Reinigungs- und Entsorgungsunternehmen, das die Spuren der Säure im Hausflur entfernen und die Briefkastenanlage reinigen oder entsorgen soll.

Über mögliche Motive für die Tat in dem ruhigen Wohnviertel am Rande von Büttgen kann derzeit nur spekuliert werden.

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