Asche-Deponien sind laut Bezirksregierung ungefährlich. RWE spricht von „Panikmache“.

Asche-Deponien sind laut Bezirksregierung ungefährlich. RWE spricht von „Panikmache“.
Die Aschen aus den Braunkohlekraftwerken wurden früher in Tagebaugruben verkippt, ehe dafür Deponien geschaffen wurden.

Die Aschen aus den Braunkohlekraftwerken wurden früher in Tagebaugruben verkippt, ehe dafür Deponien geschaffen wurden.

Lothar Berns

Die Aschen aus den Braunkohlekraftwerken wurden früher in Tagebaugruben verkippt, ehe dafür Deponien geschaffen wurden.

Grevenbroich. Lauert im Boden eine Gesundheitsgefahr durch Quecksilber? Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sieht ein großes Risiko, dass das in den Braunkohleaschen enthaltene Schwermetall ins Grundwasser gelangt. „Die RWE-Kraftwerke im Rheinischen Revier sind für den Ausstoß von jährlich etwa 1600 Kilogramm verantwortlich“ – dies sei aber nur die geringere Menge der Braunkohle-Belastung durch Schwermetalle. Der Großteil sei in den Aschen und Filterstäuben enthalten, die auf Kraftwerksdeponien landen würden – etwa auf der Deponie Garzweiler.

BUND befürchtet, dass Metalle ins Grundwasser sickern könnten

Mit seinen Bedenken schaltet sich der BUND in die Diskussion um die Quecksilber-Emission und die damit verbundene Gesundheitsgefahr ein – das Thema war zuletzt im Kreistag heftig diskutiert worden. „Bei der Verfeuerung der Kohle in den vier Kraftwerken fallen pro Jahr etwa fünf Millionen Tonnen Aschen an“, sagt Jansen. Nach neuen Berechnungen eines vom BUND beauftragten Ingenieurbüros seien darin „mindestens 1500 Tonnen Schwermetalle“ enthalten, darunter schlimmstenfalls elf Tonnen Quecksilber. Das Problem aus Sicht des Umweltverbandes: Die Deponien seien für diese Schadstoffe nicht geeignet. Jansen befürchtet, dass Schwermetalle nach dem Ende des Tagebaus aus der Deponie Garzweiler ins Grundwasser gelangen können. Bis in die 80er Jahre seien die Aschen sogar in den Tagebaugruben verkippt worden. „Das NRW-Umweltministerium hat die Kreise im Revier und RWE Power aufgefordert, eine Bestandsaufnahme vorzulegen“, so Jansen.

Dazu erklärt Werner Isermann, Sprecher der Abteilung Bergbau und Energie bei der Bezirksregierung Arnsberg: „Beim Landesumweltministerium besteht seit langem ein Arbeitskreis, der prüft, ob und welche Maßnahmen nötig sind“. Für Garzweiler und die anderen Deponien gibt Isermann Entwarnung: „Aus unserer Sicht geht von ihnen keine Gefahr aus. Sie werden regelmäßig inspiziert.“

Umweltschützer fordern zusätzliche Kunststoffbahnen

Eine 60 Zentimeter dicke Tonschicht verhindere, dass die Schwermetalle ins Grundwasser geraten. Zudem kann die Bezirksregierung die vom BUND genannten Schwermetall-Mengen nicht nachvollziehen. „Uns liegen geringere Werte vor“, so Isermann. RWE Power bezeichnet die Bedenken des BUND als „Panikmache“. Die geäußerten Zweifel „an der Sicherheit von Kraftwerksreststoffdeponien entbehren jeder Grundlage“, so ein Sprecher. Die Anlagen seien genehmigt und würden überwacht. Zudem sei die Schwermetall-Konzentration in den Aschen so gering, dass die Behörden die niedrige „Deponieklasse I“ für ausreichend halten würden.

Aus Sicht des BUND reicht dies nicht, die Tonschicht müsse laut Deponieverordnung nicht vollständig dicht sein. Eine zweite Abdichtung etwa durch eine Kunststoffbahn „ist nur für Deponien der Deponieklasse II und III vorgesehen“. Das fordert der BUND auch für die Deponien mit Schwermetallen.

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