Viel Lärm und Gefahr für Ältere und Schüler – Anwohner sind über Raser empört.

Büttgen. Die Anwohner der Gladbacher Straße in Büttgen sind empört: „Schauen Sie mal, wie hier gerast wird! Zwischen 16 und 18 Uhr ist es immer am schlimmsten“, sagt Gisela Schmidt und ergänzt: „Unsere 93 Jahre alte Nachbarin traut sich mit ihrem Rollator gar nicht mehr über die Straße.“ Die Anwohnerin bemängelt vor allem, dass das an der Kreuzung Pampusstraße aufgestellte Autobahnschild die Fahrer zum Rasen verführt. „Wir können nur bei geschlossenen Fenstern schlafen, denn nachts nutzen vor allem Motorräder die Straße zum schnellen Fahren. Und um sechs Uhr geht der Betrieb ja wieder los“, klagt Schmidt weiter.

Fünferbündnis beantragt sechsmonatige Probephase

Monika Summa-Deike beschwert sich über die Autofahrer, die einfach die Wagen der Müllabfuhr unter Benutzung der Gehwege überholen. Miriam Töller weist auf die besondere Gefährdung der Schulkinder hin, die zur Grundschule Budica müssen. „Eigentlich wäre der Schulweg über die Umgehungsstraße korrekt, aber da trauen sich die Kinder nicht herüber“, sagt sie. „Also wählt auch meine Tochter lieber den direkten Weg über die vielbefahrene Gladbacher Straße. Das ist im Grunde eine falsche Verkehrserziehung, aber so habe ich sie einfach besser im Auge.“

An einem Abend sammelten die Büttgener 70 Unterschriften

Gründe genug, um sich für die Einrichtung einer Tempo-30-Zone starkzumachen. Federführend hierbei war Jürgen Kujawa. Er beschäftigt sich seit acht Jahren mit der in seinen Augen katastrophalen Verkehrssituation. „Vier Autos wurden seitdem von rücksichtslosen Rasern schwer beschädigt, es gab sieben Unfälle, 19 Spiegel wurden abgefahren, von den unzähligen kleinen Lackschäden ganz zu schweigen,“ berichtet er. Immer wieder habe er Anträge auf eine Verkehrsberuhigung gestellt, die abgelehnt wurden.

Im April dieses Jahres verschaffte sich Christian Gaumitz, gemeinsamer Bürgermeisterkandidat von SPD, Grünen, FDP, Zentrum und UWG, einen Überblick über die Verkehrssituation. Anschließend stellten die fünf Fraktionen einen Antrag auf Einrichtung einer Tempo-30-Zone, der bei der nächsten Sitzung des Planung- und Verkehrsauschusses am 23. Juni um 18 Uhr im Kaarster Bürgerhaus zur Sprache kommen soll. Zusätzlich genügte Kujawa ein einziger Abend, um 70 Unterschriften zu sammeln. Gaumitz nahm die Liste entgegen.

Geht es nach den Vorstellungen des Fünferbündnisses, soll eine Tempo-30-Zone zwischen der Einmündung Lichtenvoorder Straße und Pampusstraße für eine sechsmonatige Probezeit eingerichtet werden. Die Anwohner regen auch noch den Einsatz von Messanlagen an, die die aktuell gefahrene Geschwindigkeit anzeigen. „Außerdem gibt es hier noch nicht mal Fußgängerüberwege“, sagt Gisela Schmidt.

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