Bereits nach fünf Monaten ist die Schadstoffbelastung deutlich gesunken. Trotz des Sanierungserfolges rät das Kreisgesundheitsamt dazu, in Büttgen auf die Nutzung privater Gartenbrunnen weiterhin zu verzichten.

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Karsten Mankowsky, Gerhard Kmoch, Geschäftsführer AVV, Udo Steffensen und Manfred Meuter, Technischer Beigeordneter, begutachten die Anlage.

Karsten Mankowsky, Gerhard Kmoch, Geschäftsführer AVV, Udo Steffensen und Manfred Meuter, Technischer Beigeordneter, begutachten die Anlage.

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Karsten Mankowsky, Gerhard Kmoch, Geschäftsführer AVV, Udo Steffensen und Manfred Meuter, Technischer Beigeordneter, begutachten die Anlage.

Büttgen. Die Anlage mit den beiden sechs Meter hohen Türmen sieht unspektakulär aus. Doch in dem Metallkasten steckt Hightech. Seit fünf Monaten wird an der Bahnstraße in Büttgen das Grundwasser saniert. 1992 war dort, wie berichtet, eine Veruneinigung durch leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe festgestellt worden. "Es hat einige Zeit gedauert, bis wir das Schadenszentrum lokalisiert haben", erläutert Kreisumweltdezernent Karsten Mankowsky.

Denn im Wasserwerk Driesch war ein überhöhter Grenzwert festgestellt worden. "Sofort wurden dort Aktivkohlefilter eingebaut, das Trinkwasser war somit zu keiner Zeit gefährdet", so Mankowsky. Der entscheidende Hinweis kam dann von der Grundstückseigentümerin, die berichtete, dass an der Bahnstraße Ende der 70er Jahre eine Chemische Reinigung ihren Betrieb hatte, die das Reinigungsmittel Tetrachlorethen (bekannt auch als PER) unsachgemäß eingesetzt haben soll.

"Die Anlage läuft mit großem Erfolg. Die Verunreinigung konnte von anfangs 41.000 Mikrogramm je Liter auf 10.000 Mikrogramm zurückgeführt werden", sagt Mankowsky. Das bedeute jedoch nicht, dass die Schadstoffbelastung bereits dauerhaft reduziert ist. Ziel ist es, in drei Jahren einen Wert von unter 10 Mikrogramm zu erreichen. Dazu pumpt die Anlage Grundwasser an die Erdoberfläche.

Es gelangt dann in die Türme, die mit einem speziellen Kunststoff gefüllt sind. In einem so genannten Stripping-Verfahren wird das Grundwasser ganz fein auf diesen Kunststoff gesprüht, dabei verflüchtigen sich die Schadstoffe über die Luft. Sie wird dann mit Hilfe eines Kohlefilters gesäubert.

"Die Kohlestäbchen werden, sobald sie die Schadstoffe aufgesaugt haben, ausgetauscht", erläutert Udo Steffensen, Umweltschutztechniker beim Rhein-Kreis. Das gereinigte Wasser versickert in einem unterirdischen Graben über Kies wieder ins Grundwasser. "Sechs Kubikmeter pro Stunde kann die Anlage reinigen", erläutert der Techniker. Ein Labor kontrolliert dabei den Reinigungsleistung.

Trotz des Sanierungserfolges rät das Kreisgesundheitsamt dazu, in Büttgen auf die Nutzung privater Gartenbrunnen weiterhin zu verzichten.

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