Nach der ersten Offenlage im Jahr 2009 können die überarbeiteten Pläne ab Mittwoch eingesehen werden. Einwände sind möglich.

Dormagen. In siebeneinhalb Jahren kann sich eine Menge tun – gerade bei großen Bauprojekten. Das ist auch beim Ausbau der Autobahn 57 auf sechs Spuren im Bereich zwischen Dormagen und dem Kreuz Neuss-Süd nicht anders. Gegenüber der ersten öffentlichen Auslegung der Pläne vom 25. Mai bis zum 24. Juni 2009 hat sich eine Vielzahl von Veränderungen ergeben. Welche das sind, darüber informieren ab kommendem Mittwoch, 18. Januar, die Städte Dormagen und Neuss, der Landesbetrieb Straßen und die Bezirksregierung Düsseldorf nun gut vier Wochen lang die Bürger. Wer nicht in die Rathäuser kommen kann oder möchte, wird auch im Internet fündig: Ab 18. können die Unterlagen auf der Homepage der Bezirksregierung eingesehen werden. Wer Einwände geltend machen möchte, hat dazu bis spätestens 3. März dieses Jahres Gelegenheit. Ansprechpartner dafür sind die Städte Dormagen und Neuss sowie die Bezirksregierung Düsseldorf als Planfeststellungsbehörde.

Vier größere Bereiche sind es, in denen sich die Planung besonders stark verändert hat – allen voran der Lärmschutz. 2009 stand bei Horrem noch eine 11,50 Meter hohe Lärmschutzwand auf einer Strecke von mehr als zwei Kilometern zur Debatte – nicht nur für den damaligen Dormagener Bürgermeister Heinz Hilgers schlichtweg „unzumutbar“, wie sich der Verwaltungschef seinerzeit zu diesen Überlegungen geäußert hatte. Von diesem „Monstrum“ sind die Planer längst abgerückt. Stattdessen soll bei Horrem eine knapp 700 Meter lange Lärmschutzgalerie kommen, bei der die Fahrbahnen überdacht werden. Bei der erneuten Offenlage ab kommender Woche wird außerdem der Lärmschutz für Delrath vorgestellt. Dort soll zum Beispiel Flüsterasphalt auf der A 57 eingesetzt werden, um die Geräuschbelastungen der Anwohner zu verringern.

Investitionen sind mit mehr als 690 Millionen Euro veranschlagt

Zweiter wichtiger Punkt bei den Veränderungen der Planungen ist die Umgestaltung der Straßenentwässerung und die Einrichtung von zwei Versickerungsanlagen unter Berücksichtigung einer bestehenden Wasserschutzzone. Darüber hinaus geben die Behörden der Öffentlichkeit zur Kenntnis, wie die Eingriffe in die Landschaft berücksichtigt werden, außerdem den aktuellen Stand bei der Untersuchung des Bauabschnitts auf Schadstoffe.

Nach der Offenlage der Pläne wird es einen Erörterungstermin geben, bei dem auch über andere Aspekte im Zusammenhang mit dem Bauprojekt beraten wird. Dazu gehören der vorgesehene Abriss der Brücke am Kleinsasserhof, der vierspurige Ausbau der Landstraße 280, eine zusätzliche Spur auf der Kreisstraße 18 und ein neuer Weg für Fußgänger und Fahrradfahrer an der Brücke am Zinkhüttenweg.

Der Ausbauabschnitt zwischen der Anschlussstelle Dormagen und dem Autobahnkreuz Neuss-Süd ist 9,1 Kilometer lang. Insgesamt wird die Autobahn 57 in Zukunft auf einer Strecke von 63 Kilometern sechsspurig sein. Ausgebaut wird auf dem gesamten Abschnitt zwischen den Autobahnkreuzen Köln-Nord und Kamp-Lintfort. Die Investitionen sind derzeit mit einer Größenordnung von mehr als 690 Millionen Euro veranschlagt.

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