In der ersten Schicht wurden im Rhein-Kreis 9300 Fahrzeuge kontrolliert, 198 waren zu schnell.

Polizeioberkommissar Stefan Krüger und seine Kollegen waren gestern am Willy-Brandt-Ring nahe dem Rheinpark-Center im Einsatz.
Polizeioberkommissar Stefan Krüger und seine Kollegen waren gestern am Willy-Brandt-Ring nahe dem Rheinpark-Center im Einsatz.

Polizeioberkommissar Stefan Krüger und seine Kollegen waren gestern am Willy-Brandt-Ring nahe dem Rheinpark-Center im Einsatz.

Lber

Polizeioberkommissar Stefan Krüger und seine Kollegen waren gestern am Willy-Brandt-Ring nahe dem Rheinpark-Center im Einsatz.

Rhein-Kreis. Eigentlich war der ältere Herr hinter dem Steuer bestens vorbereitet. Der Aufkleber an seinem Tacho mit der Aufschrift „Vorsicht, Blitzmarathon“ sollte ihn immer wieder daran erinnern, nicht zu schnell zu fahren. Es nützte alles nichts. Dort, wo sich der Willy-Brandt-Ring und die Hammer Landstraße kreuzen, wurde er gestern Mittag mit Tempo 62 statt den erlaubten 50 geblitzt. Das brachte auch die Beamten in Neuss zum Schmunzeln, auch wenn der Hintergrund des zweiten europaweiten Blitzmarathons ein ernster war.

Kontrollen dort, wo es schon Verkehrsunglücke gab

Im gesamten Rhein-Kreis waren gestern von 6 bis 22 Uhr rund 30 Beamte im Einsatz, um an insgesamt zwölf Stellen die Geschwindigkeit zu kontrollieren. Dabei konzentrierten sie sich vorrangig auf Strecken, an denen in der Vergangenheit bereits Verkehrsteilnehmer – zum Teil tödlich – verunglückt sind. Hinzukamen die Kontrollen der beteiligten Kommunen. „Wir arbeiten in zwei Schichten“, erklärte Einsatzleiter Wolfgang Zillekens.

In der ersten Schicht kontrollierten Polizei und Kommunen im Rhein-Kreis insgesamt 9300 Fahrzeuge und stellten dabei 198 Geschwindigkeitsverstöße fest. In Neuss wurden am Willy-Brandt-Ring und an der Rheydter Straße 1088 Fahrzeuge gemessen. In 66 Fällen überschritten die Fahrer dabei die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Den „Bestwert“ erzielte ein Autofahrer, der mit 83 Kilometern pro Stunde bei erlaubten 50 gemessen wurde. Er muss nun mit einem Bußgeld rechnen. Eine weitere Zwischenbilanz am frühen Abend werteten die Beamen als Erfolg: Bis zu diesem Zeitpunkt mussten sie kein einziges Fahrverbot aussprechen.

In Dormagen, wo unter anderem an der L 280 gemessen wurde, hielten sich von 404 Verkehrsteilnehmern 18 nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Ein Verkehrsteilnehmer wurde mit 50 statt der erlaubten 30 Kilometern pro Stunde gemessen.

2730 Autofahrer passierten in Grevenbroich die Messstellen an der L 116, der Aluminiumstraße und der L 201. 68 davon mussten sich wegen überhöhter Geschwindigkeit verantworten. Die höchste gemessene Geschwindigkeit betrug 107 bei erlaubtem Tempo 70. Verhältnismäßig ruhig verlief die erste Schicht in Rommerskirchen, wo bei 2781 gemessenen Fahrzeugen „nur“ 18 durch überhöhte Geschwindigkeit auffielen. Besonders erfreuliche Nachrichten hatte die Polizei aus Korschenbroich zu vermelden. Dort war von 14 gemessenen Fahrzeugen keines zu schnell unterwegs. Die Zahlen für Jüchen und Kaarst lagen am Abend noch nicht vor.

Zum ersten Mal stand der Blitz-Marathon im Zeichen der Opfer von Verkehrsunfällen. „Wir setzen diesmal den Schwerpunkt auf Beratungen“, sagte Gereon Hogenkamp, Polizeihauptkommissar und Opferschutzbeauftragter, der Angehörigen im schlimmsten Fall auch die Todesnachricht überbringt.

Im Rahmen dieses neuen Schwerpunktes waren an den Messstellen auch Beamte von der Verkehrssicherheitsberatung vor Ort, um – auf freiwilliger Basis – Autofahrer, die mit überhöhter Geschwindigkeit gemessen wurden, über die möglichen weitreichenden Folgen eines Unfalls aufzuklären.

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