Handball. Als Jörg Bohrmann nach elf Minuten die grüne Auszeit-Karte zum zog, lagen seine Schützlinge bereits 1:6 im Hintreffen. Zwar entschied der TSV Bayer Dormagen die folgenden 49 Minuten des „Abstiegs-Endspiels“ bei der HG Saarlouis mit 25:24 für sich, doch unterm Strich stand eine ebenso verdiente wie vermeidbare 26:30-Niederlage (Halbzeit 12:16), die die Aussichten auf den Verbleib in der Zweiten Handball-Bundesliga auf ein Minimum reduziert. Zumindest dann, wenn die Dormagener in ihren letzten beiden Auswärtsspielen (in Nordhorn und Hildesheim) so auftreten wie am Samstagabend vor 1550 Zuschauern (davon eine Hundertschaft aus Dormagen) in Saarlouis Vorne grob fahrlässig, hinten löchrig und den Gegner nur begleitend statt sich ihm zu stellen – so lässt sich kein Blumentopf gewinnen. Geschweige ein Abstiegsduell.

Saarlouis kaufte dem TSV schlichtweg den Schneid ab

Die zuvor in sieben Spielen in Folge sieglosen Hausherren zeigten, wie es gemacht wird: In der Abwehr packten sie kompromisslos zu und im Angriff überrannten sie die meist einen Schritt zu spät kommenden Dormagener mit Wucht und einfachen spielerischen Mitteln. „Vorne lassen wir uns verprügeln und hinten schauen wir nur zu“, schimpfte Team-Manager Joachim Kurth zur Pause. Da nützte es auch nichts, dass die Gäste im zweiten Durchgang endlich den Kampf annahmen und gegen nachlassende Saarländer dem Spiel ihrem Stempel aufdrückten. Was im Hinspiel gelang – der TSV drehte einen 20:24-Rückstand (45.) noch in einen 31:26-Sieg – glückte nun nicht, auch wenn der TSV fünf Minuten vor Schluss bis auf 23:25 verkürzen konnte. „Immer, wenn wir dran waren, haben wir irgendeine falsche Entscheidung getroffen“, klagte Bohrmann. Jetzt wird’s ganz schwer.

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