Neuss: Schäfer Mossa ist mit 40 Tieren auf städtischem Grün unterwegs.

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Reichlich Futter für die Moorschnecken: Schafe in ihrem Weide-Einsatz am Rhein.

Reichlich Futter für die Moorschnecken: Schafe in ihrem Weide-Einsatz am Rhein.

Uli Engers

Reichlich Futter für die Moorschnecken: Schafe in ihrem Weide-Einsatz am Rhein.

Neuss. 40 Moorschnucken lassen es sich auf den Grünflächen im Rheinpark gutgehen. Und das auch zum Wohl der Stadt: "Die verhindern, dass hier ein Urwald entsteht" erklärt Glammaria Mossa. Der frühere Schlosser, der als Frührentner seinen Liebe zum Schäferberuf entdeckte, ist von der Stadt mit speziellen Auftrag engagiert: Seine Schafe ersetzen den Rasenmäher und weiden auf Grünflächen im Stadtgebiet sowie in Dormagen und Mönchengladbach. Die Tiere sind Moorschnucken. Diese vom Aussterben bedrohte Schafrasse zählt zu den genügsamsten und anspruchlosesten Schafen.

Die Kooperation zwischen dem Grünflächenamt der Stadt und dem Schäfer Mossa - nicht nur für den Rheinpark - besteht seit 2000. Nach kurzer Erprobungsphase war klar: Das Projekt lohnt sich. Im Vergleich zum Maschinengebrauch entstehen keine Mehrkosten, und der Einsatz der Schafe fördert einen schonenden Umgang mit Flora und Fauna. "Das nennt sich Biodiversität", erklärt Mossa: "Die Schafe wechseln ihre Fressfläche und scheuchen Insekten in die Luft, die dann von Schwalben gefressen werden." So bleibt die natürliche Nahrungskette erhalten. "Außerdem ist die Moorschnucke genotypisiert. Das heißt, diese Rasse kann nicht an bestimmten Schafseuchen leiden", so der Schäfer.

Täglich fressen die Tiere sechs bis acht Kilogramm Grünmasse. Mossa kann übrigens an der Größe der Köttel ablesen, ob das Schaf satt geworden ist. Sind die zu klein, werden die Schafe auf noch auf einer anderen Grünfläche eingesetzt.

Nur jeden zweiten oder dritten Tag muss der Dormagener über seine Schafe wachen. Zwischen März und Dezember erledigen die Schafe den Job der Maschine. "Oft habe ich im Frühjahr Nachfragen von Bürgern, wann denn endlich wieder die Schafe kommen", berichtet Frank Lammerz. Der Mitarbeiter im Grünflächenamt hatte die Idee zur Alternativpflege. Besonders Kinder freuen sich, dass sie bei einem Familienspaziergang die vielen Schafe bestaunen können.

"Ziegen kann man auch einsetzen, aber die fressen einfach alles weg und sind ziemlich radikal" erläutert Massa. "Da würde so ein feiner Zaun wie dieser hier nicht ausreichen, um die im Schach zu halten."

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