Neuss. Das Areal um den ehemaligen Ausgrabungssee Jröne Meerke soll aufgewertet werden, um den Erholungswert zu steigern. Die Stadt Neuss plante dazu den Bau eines Schutzdaches mit Sitzgelegenheiten und die Installation einer Wasserfontäne im See. Der Landschaftsbeirat des Rhein-Kreises lehnte diese Vorhaben in seiner jüngsten Sitzung einstimmig ab und fordert jetzt vom zuständigen Fachbereich der Stadtverwaltung ein Gesamtkonzept für die Naherholungsanlage.

Die Mitglieder des Landschaftsbeirats äußerten sich zuvor sehr kritisch gegenüber der Bauvorhaben. „Ich fürchte, dass sich Jugendliche am Holzunterstand zum Kiffen treffen und dort ihren Unrat liegen lassen. Auch die Wasserfontäne halte ich für einen verfrühten Aprilscherz“, sagte Horst Hübinger, der mit dieser Meinung nicht alleine dastand. Viel sinnvoller ist laut Jürgen Reith eine naturschutzfachliche Aufwertung, zum Beispiel mit Wasserpflanzen, die einen deutlich stärkeren Nutzen für die Natur hätten als Fontänen oder Schutzdächer mit Sitzgelegenheiten.

Ulrich Schmitz, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde beim Kreis, nahm seine Neusser Kollegen in Schutz und warb für die beiden Maßnahmen. „Das Areal wird dadurch optisch aufgewertet, die Natur nimmt keinen Schaden“, betonte er. Die geplante Fontäne im Jröne Meerke würde eine Wasser-Wurfhöhe von vier bis fünf Metern nicht übersteigen. Auch ein Schilfgürtel solle angelegt werden.

Zweifel an Unbedenklichkeit einer Fontäne im Jröne Meerke

Im Landschaftsbeirat stieß dies nicht auf Begeisterung. Darüber hinaus wurde die Unbedenklichkeit der Fontäne für die Natur angezweifelt. Denn diese könnte Schlamm am Grund des Kunstsees aufwirbeln. Gefragt ist jetzt ein Gesamtkonzept für die Anlage, über das der Kreis-Landschaftsbeirat dann erneut abstimmen wird. cka

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