Unternehmer Wilhelm Thywissen sieht Hafenbetriebe durch Pläne am Münsterschulgelände bedroht.

Bebauung
Das Projekt der Stadthäuser auf dem Gelände der Münsterschule liegt auf Eis. Entwurf: Büro Hanrath

Das Projekt der Stadthäuser auf dem Gelände der Münsterschule liegt auf Eis. Entwurf: Büro Hanrath

Auf dem Werhahn-Gelände sollen die Speicherhäuser von Dienstleistern genutzt werden.

Unternehmer Wilhelm Thywissen.

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Das Projekt der Stadthäuser auf dem Gelände der Münsterschule liegt auf Eis. Entwurf: Büro Hanrath

Neuss. Nein, sagt Wilhelm Thywissen, die Industrieunternehmen im Hafen wollten die Entwicklung der Innenstadt nicht behindern. Haus am Pegel, Hafenkopfterrasse, Romaneum: schöne Beispiele der Stadtentwicklung. Ganz anders die Sachlage, wenn die Stadt Wohnbebauung plane, so wie derzeit auf dem Gelände der Münsterschule und – mittlerweile überarbeitet – auf dem Werhahn-Gelände zwischen Rheintor-/ Düsseldorfer Straße und dem Hafenbecken.

Die Hafenindustrie wie etwa die Ölmühle Thywissen an der Industriestraße, die rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche arbeitet und die entsprechenden genehmigten Emissionen ausstößt, hat sich vehement gegen den ersten Bebauungsplan für das Werhahngelände gewehrt. „Wir wollen nicht die Buhmänner sein. Doch wir mussten unsere Interessen wahren.“

Die erste Planung habe eine weitreichende Schaffung von Wohngebieten vorgesehen, „die unter einer Mischgebietsfestsetzung versteckt“ worden sei. Künftige Anwohner genießen Schutz vor Hafenemissionen: Wollten Unternehmen erweitern, neue Techniken einsetzen und entsprechende Genehmigungen beantragen, richteten sich die nach dem aktuellen Stand – wie etwa neuer Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe.

„Es gibt keinen Bestandsschutz, wenn Wohnbebauung anrückt.“

Wilhelm Thywissen

Thywissen sagt: „Die Rede vom gesicherten Status quo für die Hafenbetriebe ist Gewäsch. Es gibt keinen Bestandsschutz, wenn Wohnbebauung anrückt.“

Thywissen und andere Unternehmer aus dem Hafen fürchten um ihre Entwicklungsmöglichkeiten. „Der Hafen ist doch ein wirtschaftliches Pfund für die Stadt. Er hält Wirtschaft im gesamten Raum und wird immer wichtiger“, sagt der Inhaber der 1837 gegründeten Ölmühle, die seit 1910 ihren Sitz im Hafen hat. 20 Millionen Euro werden zur Zeit in eine neue Anlage investiert.

Wie berichtet, sind die Planungen für das Werhahn-Gelände umfangreich überarbeitet, ein neuer Bebauungsplanentwurf wird jetzt offengelegt. Für Thywissen ein „deutlicher Fortschritt“: Unter ausreichendem Schutz von Industrie und Gewerbe könnten moderne gemischte Nutzungen an der Grenze zum Hafengebiet geschaffen werden. Geplant ist nun ein „echtes“ Mischgebiet, in dem die Wohnungen sich durch bauliche Maßnahmen wie Ausrichtung auf die Innenhöfe quasi selbst schützen.

Ganz anders beurteilen die Hafenunternehmen die Pläne für das Areal der Münsterschule. Für das Projekt dieser der Ölmühle fast gegenüberliegenden Stadthäuser gibt es keinen Bebauungsplan und damit auch nicht die gesetzlich vorgesehenen Einspruchsmöglichkeiten für Anlieger. Eine Umsetzung der Pläne verändere den Charakter des Mischgebietes hin zur Wohnbebauung, so Thywissen – mit den zu befürchtenden Einschränkungen bei neuen Genehmigungen für die in unmittelbarer Nachbarschaft angesiedelte Industrie. Auch der Regierungspräsident habe sich bereits entsprechend geäußert. Thywissen hofft dennoch auf eine „verbesserte Kommunikation mit der Stadt und eine elegante Lösung“.

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