Das Innere der Antoniuskapelle wird umfassend restauriert.

Generalsanierung in Schlicherum: Restauratorin Sabine Hermes bearbeitet den Altar vorsichtig mit einem Wattestäbchen.
Generalsanierung in Schlicherum: Restauratorin Sabine Hermes bearbeitet den Altar vorsichtig mit einem Wattestäbchen.

Generalsanierung in Schlicherum: Restauratorin Sabine Hermes bearbeitet den Altar vorsichtig mit einem Wattestäbchen.

Schmuckstück für Schlicherum: Die kleine Wallfahrtskapelle, „Ferkes Tünn“ genannt, hat schon 378 Jahre auf dem Buckel. Der Innenraum wird jetzt saniert. Stefan Dévény liegt das Kleinod besonders am Herzen.

Stefan Büntig, Bild 1 von 2

Generalsanierung in Schlicherum: Restauratorin Sabine Hermes bearbeitet den Altar vorsichtig mit einem Wattestäbchen.

Neuss. Nach frischer Farbe riecht es nicht mehr, obwohl die Wände erst vor ein paar Tagen einen neuen Anstrich erhalten haben. Noch bis zum Wochenende dauern die Restaurierungsarbeiten in der Wallfahrtskapelle St. Antonius in Schlicherum. 17 Mitglieder des Heimatvereins „Bömmelclub“ haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihr Dorf und vor allem ihr kleines Gotteshaus rauszuputzen.

Die Fassade, die Außenanlage und sechs Heiligenfiguren der Kapelle sind bereits aufwendig saniert worden. Archivar Stefan Dévény: „Als der Altar draußen war, haben wir uns ganz spontan entschlossen, den Innenraum vollständig zu renovieren.“ Um den kümmert sich Malermeister und Vereinskassierer Henri Nowak. Jetzt steht nur noch die Instandsetzung des barocken Altars an.

Während Restauratorin Sabine Hermes die Heiligenfiguren in ihrem Kölner Atelier bearbeiten konnte, musste für die Arbeiten am Altar ein geeigneter Platz in der Nähe der Kapelle gefunden werden. Das benachbarte Berufsförderzentrum (BFZ) stellte einen Raum zur Verfügung.

Dort bearbeiten Sabine Hermes und ihre Kollegin Julia Giebeler den Altar. „Wir nehmen nur konservierende Maßnahmen vor“, erklärt die erfahrene Restauratorin, während sie den Altar ausleuchtet. Mit der Kamera dokumentiert sie den genauen Zustand. „Der Altar wurde aus schönen Eichendielen gefertigt, die Nägel sind sehr stabil.“ Währenddessen beseitigt Julia Giebeler mit Mini-Staubsauger und Pinsel Verunreinigungen an der Rückseite.

Sabine Hermes stellt Schimmelansatz, alten Schädlingsbefall und kleinere Holzdefekte fest. Sie verfestigt das schadhafte Material mit Kunstharz, dann widmen sich die Spezialistinnen der Frontseite. Mit Wattestäbchen und Ethanol entfernen sie Millimeter für Millimeter zähen Schmutzbefall. Alte Farbreste und Spuren früherer Überarbeitungen kommen ans Tageslicht. „Wahrscheinlich war der Altar in seinem Urzustand viel farbenfroher als heute“, sagt Sabine Hermes. „Schmutz beschleunigt den Alterungsprozess, darum ist das Reinigen und Verfestigen unsere Hauptarbeit.“ Nur einen Engel im Altar wird sie restaurieren. Bereits nach vier Stunden glänzt das 300 Jahre alte Stück und lässt erahnen, wie der Altar nach den angesetzten zwei Tagen Restaurationsarbeit aussehen wird.

Ende 2013 werden die Arbeiten endgültig abgeschlossen sein

Am Samstag soll die Kapelle wieder eingeräumt werden, mit dem restaurierten Altar, den Bänken und den sechs Heiligenfiguren. Die Hauptfigur der kleinen Kirche, Maria mit ihrem Jesuskind, wird erst Ende des Jahres den Weg ins Atelier von Sabine Hermes antreten.

Rund 30 000 Euro stehen für die gesamte Restaurierung zur Verfügung, die hauptsächlich von der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Neuss gestiftet wurden. Hinzu kommen Spenden, die der Bömmelclub gesammelt hat.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer