Wenn sich nicht genug Kandidaten für die Kirchenvorstandswahlen finden, müssen die sechs eigenständigen Gemeinden fusionieren.

Wenn sich nicht genug Kandidaten für die Kirchenvorstandswahlen finden, müssen die sechs eigenständigen Gemeinden fusionieren.
Die Kirche Sankt Agatha in Straberg.

Die Kirche Sankt Agatha in Straberg.

Hogekamp

Die Kirche Sankt Agatha in Straberg.

Dormagen. Der Seelsorgebereich Dormagen-Nord besteht aus sechs eigenständigen Gemeinden von Stürzelberg bis Gohr. Diese Eigenständigkeit könnte bald der Vergangenheit angehören, wenn sich nicht genügend Kandidaten für die für den 17. und 18. November angesetzten Kirchenvorstandswahlen für diese sechs Pfarren mit 13298 Katholiken finden lassen. Für St. Agatha Straberg und St. Gabriel Delrath werden mit dem Ausscheiden von vier beziehungsweise drei Mitgliedern so viele neue Kandidaten gesucht, dass Pfarrverbandsleiter Pfarrer Klaus Koltermann den Bestand dieser zwei Gremien und damit des ganzen Verbandes gefährdet sieht, wie er im Sonntagsblatt des Seelsorgebereichs schreibt: „Es ist folglich dann davon auszugehen, wenn in einem Seelsorgebereich von den sechs Kirchengemeinden zwei keinen funktionsfähigen Kirchenvorstand sicherstellen können, dass es nicht einfach zu zwei Teilfusionen (Auflösung der Kirchengemeinde und Zusammenschluss mit der größeren Nachbargemeinde: vermutlich hier St. Pankratius) kommen würde, sondern letzten Endes würden per Beschluss durch den Erzbischof alle sechs Kirchgemeinden zu einer Kirchengemeinde fusioniert.“

Ein Kirchengemeindeverband stellt die Infrastruktur sicher

Zurzeit arbeiten die Pfarrgemeinden St. Pankratius Nievenheim, St. Gabriel Delrath, St. Josef Delhoven, St. Odilia Gohr, St. Agatha Straberg und St. Aloysius Stürzelberg in einem Gemeindeverband zusammen, über den die Infrastruktur (vom Personalwesen für Sekretärinnen, Kirchenmusiker, Küster und Gärtner über die Trägerschaft der Pfarrbüchereien bis zur Verwaltung der Kitas) sichergestellt wird.

Pfarrer Koltermann wirbt für Mitarbeit in Kirchenvorständen

Pfarrer Koltermann erinnert daran, dass 2008 von den Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorständen eine Pfarreiengemeinschaft befürwortet worden sei – „mit dem Ziel, die größtmögliche Selbstständigkeit der Kirchengemeinde zu erhalten bei gleichzeitig verstärkter Zusammenarbeit aller Pfarrgemeinden im Seelsorgebereich“.

Noch ist eine Fusion abzuwenden, daher wirbt Pfarrer Koltermann für eine Mitarbeit in den Kirchenvorständen, für die Kandidaten bis zum 12. Oktober feststehen müssen: „Noch ist Zeit, die Wahlen gut vorzubereiten und Menschen zu finden, die bereit sind, ihre Zeit und ihre Kompetenzen für die Arbeit im Kirchenvorstand einzubringen“, so Koltermann. Denn der Kirchenvorstand trage mit seiner Arbeit wesentlich zum Gelingen des kirchlichen Lebens in der Gemeinde bei: „Die Aufgaben sind vielfältig und verantwortungsvoll. Er soll gemeindliches Leben fördern, ist für die Finanzen der Kirchengemeinde, die Gebäudeverwaltung und -erhaltung zuständig“, beschreibt er.

Für das Erzbistum Köln ist eine Fusion jedoch keine automatische Folge fehlender Kandidaten, wie Pressereferentin Christina Weyand erklärt: Der Kirchenvorstand könne die Verschiebung der Wahl auf April 2019 beantragen. Dem werde in der Regel stattgegeben. „Werden auch dann nicht genügend Kandidaten gefunden, kann der Erzbischof den Kirchenvorstand auflösen und den Pfarrer als Vermögensverwalter einsetzen. Zu einer automatischen Fusion kommt es nicht.“ Grundsätzlich könnten alle Gemeinden eines Seelsorgebereichs fusionieren, wenn Pfarrgemeinderat und die Kirchenvorstände sowie das Pastoralteam dies wollten.

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